☆☆ Zweiter Bericht von Marina, fünfte Stipendiatin der GRÜNWALD STIFTUNG ☆☆

Monday, der 20. May 2013 | Autor: GRUENWALD | Kategorie(n): Blog

Zweiter Bericht – Liebe zum Erhalt der alten Kultur in Einklang mit Investitionen in eine moderne Zukunft

Die letzten Wochen habe ich vor allem mit dem Erkunden der nahliegenden Umgebung, der sogenannten Kansai Area verbracht. Mein Tag fängt mit japanisch Unterricht von Herrn Okamoto an. Mittlerweile ist es mir sogar möglich Hiragana und Katakana zu lesen und Grundlegendes zu verstehen. Am Nachmittag erkundete ich vor allem die Kansai Gegend. Sie umfasst unter Anderem Osaka 大阪, Kobe 神戸, Nara 奈良und Kyoto京都.

Die Grünwald Stiftung hat für mich die perfekte Lage in Japan. Ich brauche 15min in die Innenstadt von Osaka und maximal eine Stunde in die anderen größeren Städte.

Glücklicherweise ist Japan ein sehr organisiertes Land. Ich finde mich an der Ubahn Stationen prima zurecht. Nur die Buspläne sehen für mich noch eher wie ein Rätsel aus.

Während meiner zahlreichen Tagestrips ist mir besonders die Liebe zu Architektur aufgefallen. Der Baustil vergangener Zeiten in Deutschland und Japan könnte nicht verschiedener sein. Es gibt jedoch in beiden Ländern ca. 40 Unesco Weltkulturerbstätten. Ein Großteil befindet sich in Kyoto und Nara.

Laut der Defintion eines Unesco Weltkulturerbes bekommen lediglich Orte, die in ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind den Titel verliehen. Die Japaner können vermutlich wie kein zweites Land ihre Kultur Original getreu erhalten. So wird um nur ein Beispiel zu nennen Schloss Himeji seit nun mehr als 2 Jahren ausschließlich mit den beim Erbauen im 16. Jahrhundert angewandten Werkzeugen restauriert.

Während man in Kyoto und Nara die alten Tempel und Schreine vergangener Zeiten erhält, entsteht in Osaka eine ganz andere neue, aber genauso beeindruckende Welt. Allein in den letzten zwei Jahren hat sich das Bild der Innenstadt komplett geändert. Neue Hochhäuser mit Bürogebäuden und Einkaufszentren wurden aus der Erde gestampft.

Osaka wächst dadurch auch wirtschaftlich. Neben Paris und London zählt die Stadt zu einer der wirtschaftlich stärksten Gegenden der Welt.

Das lässt sich schon morgens in der Ubahn erkennen. Es scheint trotz der unzähligen Menschen nicht hektisch. In einer nach deutschem Maßstab völlig überfüllten Bahn ist es leiser als in den meisten deutschen Klassenzimmern.

Osaka ist ein Konsumtempel. Wohin das Auge reicht gibt es Einkaufsmöglichkeiten. Ich frage mich wie all diese Geschäfte existieren können. Aber es scheint zu funktionieren.

Mein Fazit: In vielen Ländern wird die alte Kultur erhalten, dabei aber Investitionen in die Zukunft vergessen. So bleiben viele Städte in ihrer Entwicklung stehen und geraten in Krisen. Die Kansai Gegend ist für mich ein Vorreiter, wie man den Erhalt des Alten und Aufbau des Modernen Japans in Einklang bekommt.



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