☆☆ Abschlussbericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Es ist kaum zu glauben, aber mein Aufenthalt in Japan ist nach nun ca. drei Monaten fast vorbei. Somit schreibe ich heute meinen letzten Bericht über meine Erlebnisse.

In den letzten Wochen besuchte mich meine Freundin in Japan und wir reisten gemeinsam ca. zehn Tage durch das Land. An einem schönen sonnigen Tag unternahmen wir einen Ausflug zur Burg Himeji. Die weißen Dächer und weißen Mauern verleihen der Burg ein wunderschönes Bild und machen sie meiner Meinung nach zu einer der schönsten Burgen Japans. Die Burg galt auch als Kulisse für zahlreiche Filme in den vergangenen Jahrzehnten. Allen, die sich die Burg Himeji anschauen, kann ich nur empfehlen, auch den benachbarten Koko-En zu besuchen. Der Garten ist sehr schön angelegt und in mehrere verschieden Themenbereiche gegliedert. Er liegt direkt am Burggraben und ist nicht zu übersehen.

Himeji2

Unser Trip führte uns anschließend nach Hiroshima. Die Stadt, die spätestens seit dem 6. August 1945, nach dem ersten kriegerischen Atomwaffeneinsatz, weltberühmt wurde, beeindruckte mich vor allem mit dem Friedenspark. Der Park liegt nur ein paar hundert Meter entfernt vom Epizentrum der Bombenexplosion entfernt und soll mit seinen Denkmälern und dem Museum sowohl an die vielen tausend Menschen erinnern, die bei dem Angriff starben, als auch ein Mahnmal gegen den erneuten Abwurf einer Atombombe über einer Stadt darstellen. Eines der bekanntesten Opfer der Katastrophe war die 12-jährige Schülerin Sasaki, welche durch die freigewordene Strahlung an Leukämie erkrankte. In Japan gibt es eine Legende, nach der man von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommt, nachdem man 1.000 Kraniche gefaltet hat. Deshalb faltete die Schülerin bis zu ihrem Tod über 600 Kraniche, bevor sie an den Folgen ihrer Erkrankung verstarb und somit ihren Wunsch, weiterleben zu können, nicht erfüllt bekam. Auch heute noch falten viele Kinder und Besucher des Friedensparks ebenfalls Kraniche für Sasaki. Nicht weit entfernt von Hiroshima liegt die Insel Miyajima. Die Insel ist berühmt für das im Wasser stehende rote Torii vor dem Itsukushima-Schrein. Besonders schön sind die alten Häuser auf der Insel und am Ufer kann man wilde Rehe genau wie in Nara sehen, im Landesinneren hingegen Affen. Besonders zu empfehlen ist eine Seilbahnfahrt auf den Berg Misen, um dann nochmal ca. 45 min zum Gipfel zu wandern, von wo aus man einen einzigartig schönen Ausblick auf die Bucht von Hiroshima und die umliegenden Inseln genießen kann.

Hiroshima

Unsere Reise führte uns auch nach Tokio. Vom 634 Meter hohen Tokio Skytree hat man einen atemberaubenden Ausblick über die Megacity und kann bei gutem Wetter sogar am Horizont den Berg Fujisan sehen. Wenn man die ganzen Häuser unter einem sieht, ist es schwer zu glauben, dass in der Präfektur-Tokio zwischen 35-40 Millionen Einwohner leben. Die östlichen Gärten des Kaiserpalastes sind ein wahrer Ruhepol in der sonst so geschäftigen Stadt. Sie sind nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof von Tokio entfernt, der architektonisch eher an einen europäischen Bahnhof erinnert. Neben den sonstigen Highlights in Tokio, wie der Kreuzung in Shibuya oder dem Fischmarkt Tsukiji, gefiel mir besonders gut die aufgeschüttete Insel Odaiba, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf die Skyline, auf den Minato-Bezirk und die Rainbow Bridge hat.

Tokio

An meinem vorletzten Wochenende wurde ich vom Rotact Club zu einem zweitägigen Ausflug zum Biwa-See eingeladen. Der Biwa See liegt nördlich von Kyoto und ist der größte See Japans. Am ersten Tag unternahmen wir eine Gondelfahrt auf den Berg Uchimi. Auf dem Berg gab es verschiedene Attraktionen. Im Sommer sind neben einem Hochseilgarten und einer Seilrutsche viele sportliche Aktivitäten geboten. Von Baseball, Basketball und Fußball bis zu Frisbee, Seilhüpfen oder Lasso werfen, es ist für jeden, Alt und Jung, etwas dabei. Im Winter kann man sogar Skifahren oder Rodeln. Am Abend wurde zusammen gekocht und japanische Gesellschaftsspiele gespielt. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam zu einer Farm, die jedoch eher an einen Freizeitpark erinnerte. Zu meiner Verwunderung war es eine deutsche Farm mit dem Namen „Blumen Hügel“. Zum Essen gab es in den Restaurants konsequenterweise Würstel, Bratkartoffeln und ähnliches, zum Trinken hatte man die Möglichkeit, Bier aus Deutschland bestellen. Die Farm selber war sehr schön angelegt und nebst Blumen und Rosen gab es typische Tiere vom Bauernhof zu streicheln und zu füttern. Man konnte auch an verschiedenen Workshops teilnehmen. Alles in allem war der Wochenendausflug sehr gelungen!

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal bei Herrn und Frau Okamoto, dem Vorstand der Grünwaldstiftung, dem Rotary Club Grünwald und bei all meinen neuen Freunden in Japan von ganzem Herzen bedanken,  sie alle haben mir eine unvergessliche und wunderschöne Zeit in Japan ermöglicht! Ich habe in den drei Monaten hier viele Möglichkeiten gehabt, mich mit den Einheimischen zu unterhalten und anders als bei einem kurzen Urlaub in dem Land, auch wie ein Japaner zu leben. Durch meine Zeit habe ich viele neue Ansichten gewonnen und unzählige Impressionen und Erfahrungen gesammelt.

Vielen Dank!

☆☆ Dritter Bericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

In den letzten zwei Wochen unternahm ich mit Sakura, der Tochter von Frau Ikawa, und einer Freundin von Sakura eine Wanderung auf den Mount Rokko. Bei herrlichen 25°C und Sonnenschein hatten wir nach einem circa 2,5 stündigen Marsch den Gipfel erreicht und einen wunderschönen Ausblick auf die Osaka Bucht im Süd-Osten, sowie auf die bewaldeten Berge im Norden. Nach einer kurzen Pause ging es wieder bergab Richtung Arima Onsen. Arima Onsen ist einer der ältesten Onsen Japans und zieht jedes Jahr viele (auch japanische) Touristen. Die heißen Thermalquellen sollen eine heilende und wiederbelebende Wirkung auf den Körper haben. Dort angekommen erholten wir uns für eine Stunde in den heißen Thermalquellen, welche nach Männern und Frauen getrennt sind, bevor wir den Bus zurück nach Kobe nahmen. Frau Ikawa und ihr Mann luden uns noch zum Abendessen zu sich nach Hause ein, bei dem wir die Gelegenheit hatten, uns gut zu unterhalten. Zufälligerweise war an diesem Tag ein Umzug in Kobe, an dem viele junge Menschen aus der Stadt einen Wagen insgesamt vier Mal durch Kobe schoben und zogen. Der Umzug fängt immer früh morgens an und endet erst spät abends, das ganze Spektakel  ist begleitet von lauter Musik und Tänzen.

Kobe Mount

Aufgrund der mittlerweile hier herrschenden südländischen Temperaturen habe ich mich entschieden, einen Tag am Strand von Kobe zu verbringen. Nach meinem Ausstieg an der JR Haltestelle Suma konnte ich einen langen Sandstrand vor mir sehen. Im Sommer soll es hier voll von Sonnenanbetern sein, um diese Jahreszeit war der Strand allerdings noch recht leer. Ich war gegen elf Uhr dort und konnte die Besucher des Strandes an zwei Händen abzählen. Nach ca. 2 Stunden in der Sonne machte ich mich auf zum Suma Aqualife Park. Das Aquarium gibt es seit über 60 Jahren und beherbergt hunderte verschiedene Arten von Meeresbewohnern. Das Highlight neben der Delfinshow ist mit Sicherheit der Unterwassertunnel (der einzige in Japan), in welchem man durch ein Becken gehen kann, in dem Fische aus dem Amazonas schwimmen. Anschließend verbrachte ich den restlichen Tag am wunderschönen Hafen von Kobe.

Kobe Strand

Ich hatte das Glück und konnte am 15. Mai am Aoi Matsuri teilnehmen. Das Aoi Matsuri ist das älteste Fest in Kyoto und hat seine Ursprünge im 6. Jahrhundert, als mehrere Naturkatastrophen die Ernte vernichteten. Um die Götter zu besänftigen ordnete der Kaiser Zeremonien und Riten an verschiedenen Schreinen in Kyoto an. Die Zeremonien wurden über den Lauf der Jahre zum Aoi Matsuri. An dem Fest nehmen mehrere hundert Menschen teil. Der Start des Umzuges ist am Kaiserpalast und führt vorbei am Shimogamo Schrein bis zum Kamigamo Schrein, wo jeweils eine Zeremonie abgehalten wird. An diesem Tag ist es auf den Straßen von Kyoto sehr voll, weshalb sich viele Japaner das Fest im Fernsehen anschauen.

Aoi Festival

An einem anderen Tag sah ich mir den goldenen Tempel „Kinkaku-ji“ an. Er gehört sicherlich zu den Sightseeing Hotspots von Kyoto. Dicht gedrängt versuchen alle Besucher der Tempelanlage den vergoldeten dreistöckigen Pavillon zu fotografieren. Ursprünglich war nur das oberste Geschoss vergoldet, aber nachdem der Tempel 1950 niedergebrannt wurde, wurde er 5 Jahre später wieder aufgebaut und die beiden oberen Stockwerken vergoldet. Wenn man den Hügel auf der Tempelanlage hinaufgeht, kommt man zu einem kleinen Haus, in dem man an einer Teezeremonie teilnehmen kann. Obwohl viele Besucher in der Tempelanlage sind, ist es im Garten des kleinen Hauses sehr ruhig und die Atmosphäre ist sehr angenehm. Nach dem Besuch des Kinkaku-ji ging ich zu Fuß weiter zum Ryoan-ji. Berühmt ist der Zen-Tempel vor allem für seinen Steingarten. Dort liegen 15 Felsblöcke auf einem Beet von Kieselsteinen. Man kann jedoch höchstens 14 Steine sehen, egal aus welchem Blickwinkel man die Gesteinsbrocken betrachtet. Auf dem Gelände gibt es auch ein Restaurant, wo man das für Kyoto typische Gericht „Yudofu“ mit Blick auf einen wunderschönen japanischen Garten essen kann.

Kyoto Stein und Gold1

So schnell sind schon wieder ein paar Wochen vergangen mit aufregenden neuen Erlebnissen. Ich bin gespannt, welche neuen Eindrücke ich in den nächsten Wochen gewinnen werde!

☆☆ Abschlussbericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Meine drei Monate in Japan waren für mich eine wunderschöne und sehr lehrreiche Zeit. Die über Jahrtausende mit nur wenig äußerem Einfluss erhaltene Kultur bietet unglaublich spannende Einblicke in Geschichte und Traditionen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Umgangsweise der Japaner untereinander und mit Fremden, die stets von Höflichkeit und Respekt geprägt ist. Das hat stark dazu beigetragen, dass ich mich während meiner Zeit hier ausnahmslos immer wohl gefühlt habe. Selbst wenn die in allen Situationen entgegengebrachte Freundlichkeit nicht immer von Herzen, sondern anerzogen ist, ermöglicht sie einen sehr entspannten Umgang miteinander. Davon könnten wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Ich hatte große Lust, das Land noch weiter zu erkunden. Großzügigerweise bot mir Herr Okamoto noch zwei Wochen Asyl in seinem Gästezimmer, sodass ich zum Ende meines Aufenthalts noch drei tolle Reisen in unterschiedliche Ecken Japans unternehmen konnte.

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Als Wald- und Naturfan war ein Besuch der Insel Yakushima genau das richtige für mich. Zusammen mit einem chinesischen Freund besuchte ich die älteste japanische Zeder, erkundete die wilden Wälder zu Fuß und per Kayak und entspannte in einem tollen natürlichen Onsen direkt am Meer. Der bekannte Regisseur Hayao Miyazaki hat sich bei der Gestaltung des Animes “Prinzessin Mononoke” angeblich von der Natur Yakushimas inspirieren lassen.

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In der Nähe von Kumamoto hatte ich das Glück, bei den Eltern einer japanischen Freundin übernachten zu dürfen, und erlebte einen Tag auf dem südjapanischen Land. Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, ein japanisches Haus von innen zu sehen, insbesondere wenn dieses mit traditionellen Tatamimatten und Shoji-Schiebetüren ausgestattet ist. Auch daran, auf einem dünnen Futon zu schlafen, habe ich mich schnell gewöhnt.

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Im Norden konnte ich ein ganz anderes Japan kennen lernen. Hokkaido bietet weite Landschaften, die Leute sind (wie im deutschen Norden) etwas ruhiger und zurückhaltender. Nur mit dem japanischen Frühstück bin ich noch nicht ganz warm geworden…

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In Sapporo übernachtete ich bei der Gastfamilie eines Bekannten. Gemeinsam aßen wir den frischesten Fisch und Meeresfrüchte. Meine meisten Kontakte außerhalb der Grünwaldstiftung waren entweder japanisch oder stammten aus anderen asiatischen Ländern. Es war sehr interessant, über die Unterschiede in den asiatischen Kulturen und ihre Beziehungen zueinander zu lernen.

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Gerade verbringe ich meine letzten Tage auf den Yaeyama-Inseln in der Nähe von Taiwan. Besonders Iriomote mit ihrem Dschungel, Mangroven und toller Unterwasserwelt hat mir sehr gut gefallen. Auf allen Reisen wurde mir eine große Freundlichkeit und Interesse an meiner Kultur entgegengebracht, ob von den Besitzern meiner Unterkünfte oder anderen Reisenden. Es war nicht immer leicht, diese hauptsächlich auf Japanisch stattfindenden Unterhaltungen zu führen, aber jedes einzelne Mal hat zu meinem Verständnis der japanischen Lebensart beigetragen. Für diese Erlebnisse der letzten dreieinhalb Monate bin ich über alle Maße dankbar. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich gefreut hatte, als ich vom Rotaryclub Grünwald die Zusage für das Stipendium erhalten habe. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Danke für die Auswahl und das Vertrauen in eine Rheinhessin!

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Von ganzem Herzen möchte ich mich bei Familie Okamoto bedanken. Herr Okamoto investiert viel Energie und Zeit in seine Stipendiaten und steht ihnen in allen Lebenslagen zur Seite. Nur durch dieses Engagement ist es möglich, Japan so intensiv und unbeschwert kennen zu lernen. Es war für mich eine wunderbare Zeit, aus der ich mit vielen neuen Eindrücken, Meinungen und Erkenntnissen herausgehe.

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☆☆ Zweiter Bericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Kaum zu glauben, aber die Zeit in Japan vergeht rasend schnell. Mittlerweile bin ich schon einen Monat hier und habe doch erst einen Bruchteil der Kansai Region erkunden können. Ich glaube, dass man allein einen Monat brauchen würde, um in Kyoto alle Tempel und Schreine zu sehen. In den letzten Tagen und Wochen besichtigte ich in Kyoto den Kaiserpalast, der lange Zeit als Sitz der kaiserlichen Familie diente. Heutzutage residiert die Kaiserfamilie in Tokio und der Palast in Kyoto ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Ursprünglich standen auf dem Gelände des Kaiserpalastes wesentlich mehr Gebäude. Die „unwichtigen“ Gebäude wurden jedoch abgebaut, damit im Falle, dass ein Feuer ausbricht, die bedeutenden Gebäude nicht zerstört werden. In einer Führung durch den Kaiserpalast erfuhr ich noch allerlei interessante Informationen zum Kaiserpalast. Zum Beispiel ist das Ende der Holzbalken mit einer weißen Farbe, welche aus Muscheln hergestellt wird, angestrichen, damit die Balken nicht so schnell verschleißen. Der Palast ist zudem erdbebensicher gebaut, ohne ein Fundament oder ähnliches, und schwingt auf diese Weise im Falle eines Erdbebens einfach mit. Auch interessant ist, dass die Mauer um den Kaiserpalast im Nordosten eine L-förmige Einbuchtung besitzt. Oft werden Oni (Dämonen) mit dem Nordosten assoziiert, weshalb japanische Gebäude L-förmige Einbuchtungen im Nordosten besitzen oder Tempel im Nordosten errichtet werden, welche die Gebäude vor den Oni beschützen sollen.

Kaiserpalast

An einem anderen Tag besichtigte ich Kobe, eine Stadt die westlich von Osaka an der Osaka Bucht liegt. Von Osaka aus fährt man mit dem Zug in ca. 30 min in das 35 km entfernte Kobe. Dort führte mich Frau Ikawa, eine Freundin von Herrn Okamoto, persönlich durch die Stadt. Kobe ist eine der größten Hafenstädte Japans und Warenumschlagplatz für viele ausländische Güter. Hier findet man eine vielfältige Küche, unter anderem auch Bäckereien mit deutschem Brot. Aufgrund der Lage von Kobe (im Norden das Rokko Gebirge und im Süden das Meer) wurden die künstlichen Inseln Rokko Island, Port Island und der Kobe Flughafen vor der Stadt aufgeschüttet, um in der Stadt selbst genügend Wohnraum zu haben. Im Norden der Stadt hatten sich viele Ausländer angesiedelt. Dort befinden sich viele schöne Villen im europäischen Stil, diese sind heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Persönlich gefällt mir Kobe sehr gut, auch weil es ein wenig ruhiger auf den Straßen ist.

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Nara war das nächste Ziel meiner Reise. Berühmt für die vielen alten und gut erhaltenen Tempel hatte ich jedoch das Gefühl, dass die in der Stadt frei herumlaufenden Rehe den Tempeln die Show stehlen. Nara ist genau wie Kyoto ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen. Als ich in Nara ankam, war die Stadt voller Touristen und schätzungsweise acht- bis zehnjährigen Schulkindern, die natürlich alle gerne die Rehe streicheln und füttern wollten. Zum Füttern kann man extra am Straßenrand überall Kekse für umgerechnet 1€ kaufen. Der Tempel Todai-ji ist das größte aus Holz gebaute Gebäude der Welt und beherbergt eine riesige Buddha Statue aus Bronze. Der Kasuga-Taisha Schrein liegt auf der anderen Seite des Nara Parks und bezaubert vor allem durch seine vielen Laternen, die den Weg zum Schrein säumen. Des Öfteren stehen oder liegen Rehe zwischen den moosbewachsenen Laternen, ein wirklich zauberhafter Anblick!

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Neben meinen Reisen in die verschiedenen Städte durfte ich Herr Okamoto bei einem Ausflug des Rotary Clubs nach Amanohashidate, zur „Himmelsbrücke“, begleiten. Früh morgens startete der Bus in Richtung des im Norden der Präfektur Kyoto gelegenen Ortes. Zuerst legten wir einen Stopp in einem alten Fischerdorf ein, in dem wir die alten Fischerhäuser bestaunen konnten, bevor wir eine kleine Bootstour machten. Die Bootstour ist bekannt dafür, dass man Möwen füttern kann, aber wir hatten sogar das Glück, dass Adler angelockt wurden und uns das Futter aus den Händen pickten. Zu Mittag aßen wir auf einem kleinen Hügel hervorragendes Sashimi und manch einer ging noch in das Onsen des Restaurants, bevor wir weiter Richtung Amanohashidate fuhren. Das Wetter hätte besser nicht sein können, deshalb hatten wir einen hervorragenden Blick auf die „Himmelsbrücke“ vom Kasamatsu-Park aus. Die Himmelsbrücke ist in Wirklichkeit ein ca. 3,6 km langer, natürlich entstandener weißer Sandstrand, der mit Kiefern bewachsen ist. Um die Himmelsbrücke zu sehen, muss man sich mit dem Rücken zu ihr aufstellen und durch die Beine schauen, sodass die Welt auf dem Kopf steht, nur so bekommt das Auge die Illusion einer Brücke, die über den Himmel führt, vorgespielt. Diese Küstenlandschaft gilt als eine der drei schönsten Küstenregionen Japans, und wer bereits dort war, kann das bestimmt bestätigen.

Amanohashidate

☆☆ Erster Bericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Am 30.03.2017 war es endlich soweit und ich durfte meine ersten Schritte auf japanischem Boden machen. Seit nun ca. zwei Wochen lebe ich in Suita, etwa zehn Minuten mit dem Zug von der Osaka City Station entfernt, als 14. Stipendiat in der nördlichen Präfektur von Osaka. Jedes Jahr erhalten zwei junge Menschen im Alter von 18-25 Jahren die Chance, Japan – das Land, die Kultur und die Sprache – für drei Monate hautnah von Herrn Okamoto gezeigt zu bekommen. Besonders hervorzuheben ist, mit welcher Hingabe und Leidenschaft sich Herr Okamoto um jeden einzelnen Stipendiaten kümmert, in dem Wunsch, ihm ausführlich und genau Japan näherzubringen.

In meinem zweiwöchigen Aufenthalt in Japan bekam ich bisher die Möglichkeit, allerlei typische kulinarische Köstlichkeiten zu probieren. Anders als in Deutschland sind die Portionen in Japan wesentlich kleiner und man isst oft verschiedene kleine Gerichte im Laufe des Abends, ähnlich wie bei spanischen Tapas.

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Zum Ende meiner ersten zwei Wochen organisierten Herr und Frau Okamoto für mich eine wunderbare Willkommensparty, an welcher Herr Takahiro Shinyo, ehemaliger japanischer Botschafter in Berlin, und Freunde von Herrn Okamoto eingeladen waren. Bei einem leckeren Kayseki-Menü und interessanten Gesprächen verbrachten wir einen tollen Abend im Restaurant Syunsai Yamasaki. Bei meinem Treffen mit dem Bürgermeister Keiji Goto von Suita hatte ich die Möglichkeit, bei einem 30-minütigen Gespräch mehr über die aktuelle Lage und Zukunft von Suita zu erfahren.

An einem anderen Abend bekam ich die Chance, einem Treffen des Rotact Club beizuwohnen und konnte mit vielen jungen Japanern Kontakte knüpfen. Hier zeigte sich einmal mehr die japanische Freundlichkeit, jeden Fremden als ihren Freund aufzunehmen, denn prompt luden sie mich unteranderem zum BBQ und anderen Veranstaltungen ein.

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Neben diesen von Herrn Okamoto organisierten Highlights blieb mir auch noch etwas Zeit, die Stadt Osaka, aber auch Kyoto näher kennenzulernen und auf eigene Faust zu erkunden. Besonders ist mir auf meinen Touren als „Alleinreisender“ aufgefallen, wie offen und freundlich die Japaner sind. Oft werde ich beim fotografieren von Passanten gefragt, ob sie ein Foto von mir machen sollen. Auch wird man immer wieder auf der Straße in Gespräche verwickelt, da die Japaner wissen wollen, wo man herkommt und wie einem Japan gefällt. Wenn man eine Frage hat oder ein Gebäude/ Geschäft sucht, führen einen die Ortskundigen dorthin. Im Restaurant wird darauf geachtet, dass man immer mit Getränken versorgt ist, jemanden zum Sprechen hat und nie alleine ist. Diese Gastfreundlichkeit habe ich bis jetzt noch nie erlebt, eine bemerkenswert schöne Eigenschaft der Einheimischen!

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Ab und an nimmt mich Herr Okamoto auch zu geschäftlichen Terminen mit. Unter Anderem war ich bei der Firma Mitsuboshi Belting. Dort führten Herr Okamoto mit Frau Kuno und Herrn Sumiya ein Interview mit zwei Mitsuboshi Belting Mitarbeitern, welches in der Zeitung der Japanisch-Deutschen Gesellschaft veröffentlicht wird. Besonders anerkennenswert finde ich, wie sehr sich diese Firma sozial engagiert. Die Firma mit Sitz in Kobe hat seit dem schweren Erdbeben vor 22 Jahren eingeführt, dass jedes Jahr routinemäßig Notfallübungen absolviert werden. Anders als in Deutschland werden in diesen Übungen allerdings nicht nur die Evakuierung der Mitarbeiter aus dem Firmengebäude geübt, sondern auch wie man Brände löscht, Verletzte abtransportiert, den Menschen in der Umgebung helfen kann und wie man diese im Notfall mit Essen versorgt. Zu dieser Übung sind auch alle Anwohner aus der Umgebung immer herzlich eingeladen. Neben den Notfallübungen bei Gefahren durch Brand und Erdbeben wird seit Neuestem auch das richtige Verhalten bei einemTsunami geprobt.

Für den Fall eines Unglücks hat die Firma extra ein kleines Feuerwehrauto gekauft, Helme und Kleidung für die Mitarbeiter und Menschen aus der Umgebung, sowie einen externen Wassertank unter dem Firmengelände installiert. Dieses beispielhafte soziale Engagement wissen die Menschen in der Umgebung wohl zu schätzen, denn die Firma ist über die Maßen beliebt und angesehen.

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Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Wochen und alle neuen Erfahrungen, die ich sammeln werde. Auch möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Okamoto und seiner Frau bedanken, die mich so herzlich aufgenommen haben und sich die Zeit nehmen, mir Japan näher zu bringen!

☆☆ Vierter Bericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Meine erste Reise außerhalb der Kansai-Region führte mich mit dem JR-Pass eine Woche Richtung Westen. Nach einer Wanderung durch Japans größte Tropfsteinhöhle Akiyoshidai und das umliegende Land verbrachte ich zwei Tage in Nagasaki. Während der Isolationspolitik von 1630-1853 war diese Stadt das Tor zur Außenwelt, hier fand beschränkter Kontakt und Handel mit unter anderem China, Korea, den Niederlanden und Portugal statt. Später siedelten sich vermehrt Europäer an, unter anderem der deutsche Arzt Franz Philipp von Siebold, dessen umfassende Erforschung von Land und Leuten den Europäern erste Kenntnisse über Japan lieferte.

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In der Stadt finden sich viele Zeugnisse regen Austauschs mit dem Ausland, wie zum Beispiel alte Villen im holländischen Stil, Kirchen und portugiesischer Kuchen. Einen tollen Einblick in die chinesische Kultur bildet der Konfuziusschrein mit einem kleinen Museum chinesischer Kunst. Hier konnte ich beim Kopieren von Konfuzius’ Lehren an meiner Pinselhaltung feilen…

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Den Aufenthalt in Nagasaki empfand ich als sehr spannend und lehrreich. Es war beeindruckend, über die ersten Beziehungen zwischen Europa und Japan zu lernen, welche damals von noch viel größeren kulturellen Unterschieden geprägt waren als heute.

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Die nächsten Stationen meiner Reise waren Fukuoka und Hiroshima. Ich besichtigte verschiedene Tempel, die sich in ihrer Innenausstattung und Gartengestaltung oft von denen unterscheiden, die ich bisher in Kyoto kennen gelernt habe, und das Peace Museum, das sich mit dem Atombombenabwurf 1945 beschäftigt. In letzterem wurden die geschichtlichen Ereignisse durch Ausstellungsstücke und Zeitzeugenberichte sehr anschaulich und berührend dargestellt, jedoch fehlte mir eine tiefergehende politische Diskussion.

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Auf der Insel Miyajima erklomm ich den Berg Misen, von dem ich aus 530 m Höhe einen tollen Blick auf die umliegenden Inseln und das bekannte im Wasser stehende Torii hatte.

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In der Stadt Kurashiki gibt es ein aus der Edozeit erhaltenes Altstadtviertel mit vielen alten Wohn- und Lagerhäusern, welches hübsch, aber leider touristisch recht überlaufen ist. Den letzten Tag vor meiner Rückkehr nach Osaka verbrachte ich auf den Inseln Teshima und Naoshima, auf denen es eine große Anzahl zeitgenössischer Kunstinstallationen und Museen zu erkunden gibt, unter anderem den gelben Kürbis der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Besonders das Chichu Art Museum mit seinen Werken von James Turrell und den schlicht und schön inszenierten Seerosenbildern von Monet hat es mir angetan.

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Nach einer Woche Hostel-Leben genoss ich meine gemütliche Wohnung in Suita umso mehr und freute mich auf meinen Alltag, hauptsächlich bestehend aus Japanisch lernen (mittlerweile treffe ich mich regelmäßig mit meiner Tandempartnerin Rika, was viel Spaß macht), Kyoto erkunden (ein Fass ohne Boden) und japanisch-ausländisch-gemischten Freizeitaktivitäten (Volleyball, Wandern, …). Bald ging es jedoch schon los auf Reise Nummer 2, diesmal Richtung Osten: Zwei Tage verbrachte ich in Nikko, besichtigte den beeindruckenden Toshogu-Schrein und traf bei einer Wanderung in den Bergen auf unerwartet viel Schnee.

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Zwei Zugstunden weiter südlich traf ich mich mit Jonas, einem Freund aus Deutschland. Er kam für zwei Wochen zu Besuch, und gemeinsam erkundeten wir zuerst Tokio und dann die Kansairegion. In Tokio war eines meiner Highlights der weltgrößte Fischmarkt Tsukiji, der eine spannende Atmosphäre und viele fremdartige Meerestiere bietet. Das frischer als frische Sushifrühstück war bisher das leckerste, was Japan fischtechnisch zu bieten hatte. Auch Yokohama, mit seiner prägnanten Skyline, ist eine tolle Stadt und viel ruhiger als Tokio.

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Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach Kamakura zu Daibutsu, einer beeindruckend großen Buddhastatue aus dem 13. Jahrhundert. Pünktlich zu Jonas’ Ankunft startete die Kirschblüte und bescherte uns eine tolle Kulisse bei jeder Sehenswürdigkeit, die wir besichtigten, wie zum Beispiel dem Himeji-Schloss. Zurück in Osaka trafen wir uns mit einer japanischen Bekannten und kochten zusammen Kushikatsu.

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Zwei Tage verbrachten wir in einem Gästehaus in einem kleinen Dorf bei Nantan, wo uns ein sehr nettes Ehepaar in die Kunst der Shiitakezucht, Bambusschnitzerei (nun sind wir stolze Besitzer eigen hergestellter Essstäbchen), Mochi-Produktion, Kräuterkunde, Moosbonsai- und Weidenkorbherstellung einführte. Diese Zeit bot uns nach dem Trubel in Tokio eine sehr gute Erholung und es war sehr spannend, über das traditionell japanische Handwerk, Gebräuche und Traditionen zu lernen. Vielen Dank an Kati, die neunte Stipendiatin der Grünwaldstiftung, für die Empfehlung!

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☆☆ Dritter Bericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Japan begeistert – mich, und viele andere Ausländer, die hier leben. Als Hauptargument habe ich bisher die unglaubliche Freundlichkeit und Gelassenheit der Japaner identifiziert, die dazu beitragen, das Leben sehr stressfrei zu gestalten. Wenn man auf die japanische Arbeitswelt blickt, ist diese jedoch alles andere als stressfrei und einige Traditionen, wie das “verpflichtende” Trinken mit Chef und Kollegen nach Feierabend, erscheinen mir sehr fragwürdig. Glücklicherweise befinde ich mich in der luxuriösen Position, das Land als Freizeithabende kennen zu lernen und genieße es sehr, mir bei meinen ausgiebigen Erkundungen viel Zeit lassen zu können. Im Folgenden möchte ich einen Einblick in meine Erlebnisse der letzten Wochen geben, mit vielen schönen Bildern – denn eine einmalige Fotokulisse bietet Japan allemal!

An hina matsuri, dem Mädchentag, werden in den Schreinen und zu Hause in farbenprächtige Kimonos gekleidete Puppen aufgestellt, die die Kaiserfamilie und den Hofstaat repräsentieren. Der Kimono der Darstellerin, die beim Festakt die Kaiserin verkörpert, besteht an diesem Feiertag aus zwölf Lagen Seide.

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Ein Wochenende habe ich mit einem deutschen Freund, der für ein Praktikum nach Südkorea gezogen ist, in Kyoto verbracht. Dabei war es besonders spannend, die in Japan und in Korea gewonnenen Eindrücke zu diskutieren und zu vergleichen. In kulinarischer Hinsicht hat hierbei Japan den Sieg davongetragen. In der Burg nijo-jo konnten wir Wandgemälde mit Pinien, Kirschblüten, Vögeln und Tigern bewundern. Oft sind die Motive direkt auf unbehandeltes Holz gemalt. Der Burggarten wird, wie jede japanische Grünanlage, genauestens gepflegt, geschnitten und in Form gehalten.

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Im Norden von Kyoto besichtigten wir “das schönste Bauwerk Japans”, den goldenen Pavillion im Tempel kinkaku-ji. Auf seinem Dach thront ein Phönix mit ausgebreiteten Schwingen.

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Auch der fushimi inari, ein der Reisgöttin Inari geweihter Schrein, darf bei einem Sightseeing-Wochenende natürlich nicht fehlen. Am frühen Morgen, vor dem Eintreffen der Besuchermassen, erklommen wir in einem etwa einstündigen Spaziergang den Berg. Die vielen orangenen Torii, die man dabei durchschreitet, wurden von Familien oder Firmen gespendet. Dabei belaufen sich die Kosten, je nach Größe des Tors, auf 1500-10000€.

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Einen ganz besonderen Tag verbrachte ich mit Nobukatsu und Arisa vom Rotaractclub bei einem Schreinfest in Suita. Nachdem ich meine Kalligraphie-Kenntnisse vertiefen, meinen Namen in Kanji lernen und mich in der Holzschnitzerei üben konnte, durfte ich zusammen mit einer japanischen Besucherin in die Rolle einer Miko schlüpfen. Miko sind junge Frauen, die in Schreinen arbeiten und dabei sowohl religiöse als auch praktische Aufgaben übernehmen.

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Wir wurden von zwei Damen angekleidet und sehr sorgfältig frisiert und mussten jeglichen persönlichen Schmuck ablegen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit erhielten wir eine ausführliche Einweisung in die verschiedenen Tätigkeiten einer Miko.

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Wir lernten, wie man sich beim Betreten des Schreins die Hände und den Mund wäscht und diese mit speziell gefalteten Papiertüchern abwischt. Im Schrein werden den Göttern unter anderem tamagushi-Zweige geopfert, die mit gefalteten Dekorationen verziert werden. Der Hof will gefegt werden, und die Rituale des Sake-Einschenkens bei z.B. Hochzeitszeremonien folgen festen Regeln.

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Nachdem wir unser Bestes gegeben hatten, die verschiedenen Abläufe inklusive Verbeugen und Klatschen weitestgehend zu verinnerlichen, durften wir – sehr aufregend! – im Inneren des Schreins während einer kleinen Zeremonie mit dem Shintopriester unsere dekorierten Zweige opfern. Herzlichen Dank an Nobukatsu und Arisa für den erlebnisreichen Tag!

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Von der traditionellen Shinto-Welt ging es direkt weiter zum Nippombashi Street Festa, dem jährlichen Cosplayfestival in Osaka. Dort wurden perfekt inszenierte Kostüme aller Art zur Schau gestellt, die ich als (immer noch) Anime-Unerfahrene leider allesamt nicht zuordnen konnte. Eventuell ist es an der Zeit, sich auch für diese Seite der japanischen Kultur zu öffnen…

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Einen sehr netten Sonntag verbrachte ich mit Herrn und Frau Kitano, die ich bereits beim Besuch der Rotarier in Grünwald letzten Herbst kennen gelernt hatte. Die beiden luden mich nach Hause zum Tee trinken ein, wobei es für mich sehr spannend war, ein japanisches Haus von innen zu sehen. Danach brachen wir auf zum Wasserfall Minō. Nach einem einstündigen Spaziergang stärkten wir uns mit einem exzellenten Kayseki-Menü. Sesamtofu, Babybambus, Thunfischsashimi, Muscheln, Tempura, Oktopus – es war alles so lecker! Die Konversation fand gemischt auf Englisch und Japanisch statt und es war eine tolle Möglichkeit für mich, mein Japanisch anzuwenden und zu üben. Ich hatte einen super schönen und sehr interessanten Tag, vielen Dank dafür!

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☆☆ Zweiter Bericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Nach vier Wochen in Japan habe ich mich in Osaka eingelebt und schätze die Stadt als weltoffene Metropole mit sehr hoher Lebensqualität. Diese ist gegeben durch das große Angebot an kulturellen und sportlichen Aktivitäten, die perfekte Lage inmitten der Kansai-Region, und vor allem die Menschen, die ich bisher als sehr interessiert, sehr offen und freundlich kennen gelernt habe. In Japan fühlt man sich so sicher wie in keinem anderen Land der Welt (behaupte ich, ohne sie alle bereist zu haben), und dieses Gefühl kann man wahrscheinlich erst nachvollziehen, wenn man es selbst erlebt hat.

Ich habe die letzten beiden Wochen genutzt, um die Region Kansai sowohl von ihrer städtischen als auch ländlichen Seite kennen zu lernen. Frau Ikawa, Mitglied der Japanisch-Deutschen-Gesellschaft in Kobe, lud mich ein, zusammen mit ihrer Tochter Sakura die Stadt zu erkunden. Gemeinsam spazierten wir durch den Hafen mit dem bekannten roten Kobe-Tower und genossen das herrliche Wetter.

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Es ist faszinierend, zu sehen, wie schnell die Stadt nach dem schweren Erdbeben 1995 wieder aufgebaut wurde. Die zweite Hälfte des Tages verbrachten wir in Kitano, dem ehemaligen Ausländerviertel, wo sich Anfang des 20. Jahrhunderts viele europäische Händler ansiedelten und Villen im europäischen Stil hinterließen, die zur Besichtigung geöffnet sind. Kobe ist zwischen dem Meer und dem Rokko-Gebirge gelegen, in welchem ich mit Sakura und einer zehnköpfigen Gruppe eine Wanderung auf die Gipfel Kikusui-yama und Nabebuta-yama unternahm. Dabei waren neben bestem Wetter und fantastischem Blick auf die Küste die gegrillten Marshmallows am Ende des Tages eines der Highlights.

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Mehrere Tage verbrachte ich in Kyoto – und habe doch erst einen Bruchteil der Stadt und vor allem der zahlreichen Sehenswürdigkeiten gesehen. Ich genieße es sehr, mir hierbei viel Zeit lassen zu können, und die Stadt in aller Ruhe zu erkunden. Bei meinem ersten Besuch besichtigte ich den Heian-Schrein und den angrenzenden Garten sowie den Chion-in-Tempel, in dem ich bei einer buddhistischen Zeremonie dem Trommeln und Singen der Mönche lauschen durfte.

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Meine Wanderung vom Bergdorf Kibune (nördlich von Kyoto) führte mich durch einen verwurzelten Zedernwald nach Kurama, wo mich ein beeindruckender Tempel mit Bergblick erwartete. Nach dem etwa zweistündigen Marsch tauchte ich das erste Mal in einen Onsen ein und genoss das heiße Quellwasser mit Blick auf die umliegenden Wälder und Hügel, was ein sehr schönes Erlebnis war.

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Bei meinem nächsten Besuch in Kyoto lieh ich mir ein Fahrrad, das beste Fortbewegungsmittel in dieser Stadt, und radelte zum Ginkaku-ji, einem Tempelgelände, das den sogenannten Silverpavillon beinhaltet. Er wurde im 15. Jahrhundert gebaut und kam leider aufgrund politischer Unruhen und finanziellen Untergangs des auftraggebenden Herrschers nie zu seiner ursprünglich geplanten Versilberung. Der Tempel wurde zu einem Zen-Tempel, im Garten finden sich viele sorgfältig gerechte Sandflächen und ein perfekt aufgeschichteter Sandhügel, der den Mount Fuji repräsentiert. Haben die Japaner ihre Vorliebe für schlichte Formen und klare Linien von der perfekten Form des Bergs, oder hat sich der Berg notgedrungen angepasst?

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Der Rückweg führte mich durch Kyotos schöne Straßen und Gassen, sehr oft geschmückt mit zahlreichen Blumentöpfen. Jeder noch so kleine Vorgarten ist hier liebevoll angelegt mit sorgfältig in Form geschnittenen Bäumchen und bemoosten Steinen.

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Das dritte Ziel meiner Erkundungen war Nara, eine sehr schöne Stadt, die mit dem Todai-ji-Tempel unter anderem das weltweit größte Holzgebäude beherbergt. Hier hatte ich Begleitung von Herrn Keisuke Hama, der mir einen Tag lang die schönsten Ecken der Stadt gezeigt hat. Als pensionierter Architekt konnte er mir sehr viel über die Bauweise und generell die Geschichte der verschiedenen Bauwerke erzählen, was die Besichtigung um ein Vielfaches interessanter gemacht hat.

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Nachdem wir den Rehen im Park bei ihrer morgendlichen Fütterung zugeschaut hatten, spazierten wir zum Kasuga-Schrein, wo mich vor allem die aufwendig gearbeiteten Laternen fasziniert haben. Der Einsatz verschiedener Naturmaterialien wie Stein, Holz, Stroh und Papier trägt in der traditionellen japanischen Bauweise dazu bei, dass die Bauwerke in starker Verbindung zur Natur stehen.

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Faszinierend ist, dass die Naturreligion des Shintoismus und der Buddhismus sich in Japan in keinem Punkt im Weg stehen. Teilweise stehen Schreine in Tempeln und Tempel im Schreingelände, der eine zum Schutz des anderen. Diese von den Japanern problemlos akzeptierte Koexistenz ist aber wahrscheinlich stark dadurch bedingt, dass der Shintoismus sowohl polytheistischen als auch pantheistischen (= alles ist von Gott beseelt) Charakter hat und sich im Buddhismus Buddha selbst weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes sah, sondern als durch Kontemplation zum Verständnis Gelangter. Damit gibt es, im Gegensatz zu monotheistischen Glaubenssystemen, keine absolute und allmächtige Gottfigur, die mit ihresgleichen in Konkurrenz stehen kann. Langer Rede kurzer Sinn, nach ausgiebiger Schreinbesichtigung sind wir zum daneben gelegenen Tempel Todai-ji spaziert und haben die weltweit größte Buddha-Bronzestatue, bewacht von grimmig dreinblickenden Wächtern, bestaunt.

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In Osaka konnte ich, zum Beispiel beim monatlichen Treffen “Deutsche Meets” oder dem Stammtisch der Japanisch-Deutschen-Gesellschaft, spannende Kontakte mit vielen Japanern jeden Alters knüpfen und habe dabei sehr großes Interesse an Deutschland und der deutschen Kultur erfahren. Die unteren beiden Fotos sind in Herrn und Frau Okamotos traditionell japanisch eingerichteten Zimmer aufgenommen, wo wir nach dem Abendessen eine kleine Teezeremonie abhielten. Der Besuch des ehemaligen Stipendiaten Lorenz und seiner Eltern bot eine sehr nette Möglichkeit, sich gegenseitig über die in Japan gemachten Erfahrungen auszutauschen. Ich bin unendlich dankbar für die unermüdliche Großzügigkeit von Herrn Okamoto, mit der er es den Stipendiaten der Grünwaldstiftung durch seinen finanziellen und ideellen Einsatz ermöglicht, Japan auf so unbeschwerte Weise kennen zu lernen.

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☆☆ Erster Bericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Am 1. Februar kam ich als dreizehnte Grünwald-Stipendiatin nach Osaka und wurde sehr herzlich von Herrn Okamoto und seiner Frau empfangen. In der sehr schön eingerichteten und zentral gelegenen Gästewohnung darf ich nun drei Monate leben und von hier aus Land, Leute und Sprache erkunden. Gleich zu Beginn meines Aufenthalts konnte ich die japanische Küche auf sehr vielfältige Art und Weise kennen lernen: In einem ausgezeichneten Restaurant verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit dem seit September in Osaka amtierenden Generalkonsul Dr. Werner Köhler und seiner Frau sowie Freunden von Herrn Okamoto. Mit einem Kayseki-Menü, bestehend aus dreizehn Gängen, die passend zur Jahreszeit ausgewählt und angerichtet werden, konnten wir den Winter hinter uns lassen und den Frühling begrüßen – denn es war Setsubun, der Tag des Frühlingsanfangs.

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In den nächsten Tagen erkundete ich die Umgebung und war fasziniert, wie ähnlich und gleichzeitig anders sie sich im Vergleich zu meiner Heimat anfühlt. Obwohl ich mich am anderen Ende der Welt befinde, fühlte mich direkt zu Hause, und habe weniger als in anderen Ländern das Empfinden, fremd zu sein. Die Architektur der Häuser und kleinen Gärten, das immer vorhandene Gefühl von Sicherheit und die vielen Tempel und Schreine erinnern mich jedoch ständig daran, dass ich mich in einem kulturell von meiner Heimat sehr verschiedenen Land befinde.

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Der Besuch der Schreine, die ihre Tradition in der Naturreligion des Shintoismus haben, mittlerweile aber eher als Kulturgut gesehen werden, nimmt im Leben vieler Japaner einen wichtigen Stellenwert ein. Herr Okamoto zeigte mir die traditionelle Art, sich vor dem Schrein zu verbeugen und zu klatschen und damit der Natur zu danken und sich seiner Wünsche und Ziele für die Zukunft bewusst zu werden.

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Sehr spannend war für mich auch der Besuch beim Bürgermeister von Suita, der sich eine halbe Stunde Zeit nahm, um mit mir über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Japan und Deutschland zu sprechen. Japan steht weltweit vor der größten Herausforderung durch den demographischen Wandel, da die Geburtenrate ähnlich ist wie in Deutschland bei gleichzeitig höherer Lebenserwartung. Genau wie bei uns ist die Wahlbeteiligung bei jüngeren Menschen eher niedrig.

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Während Herr Okamoto eine knappe Woche auf den Philippinen verbrachte, um eine vom Rotaryclub gespendete Schulbibliothek einzuweihen, tauchte ich in die japanische Geschichte ein und erkundete im “Osaka Museum of Housing and Living” eine Nachbildung der Stadt in der Edo-Zeit (1600-1870). Dort nahm ich an einem Workshop teil, der das Tragen eines Kimonos, eine traditionelle japanische Teezeremonie, Kalligraphie und klassischen japanischen Tanz beinhaltete. Beim Besichtigen der Nachbildung der etwa zweihundert Jahre alten Wohnhäuser und Geschäfte beeindruckten mich im besonderen die ausgeklügelten Schiebewände, Schließmechanismen und über Seilzüge bedienbare Türen und Fenster. Der Einsatz von shōji (Holzrahmen mit Gitterstreben, die mit weißem Papier beklebt sind) als Wände und Raumteiler erlaubt zum einen eine sehr flexible Raumgestaltung und verbindet zum anderen durch seine Leichtigkeit und Lichtdurchlässigkeit den Wohnraum mit der  umgebenden Natur, wie ich es aus meiner Kultur nicht kenne. Dies geht natürlich leider mit dem Nachteil der sehr geringen Wärmeisolierung einher.

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Das moderne Osaka konnte ich unter anderem bei einem Spaziergang durch Shinsaibashi, das größte Shoppingviertel kennen lernen. Hier reihen sich horizontal und vertikal Geschäfte und Werbetafeln aneinander, bevölkert von Menschenmengen, die ich in meiner Mainzer Heimat nur an Fastnacht gewöhnt bin. Auch wenn man sich an die  Reizüberflutung durch die Geräusch- und Farbkulisse gewöhnen muss, ist der japanische Shoppingwahnsinn sicherlich einen Besuch wert. Etwas ruhiger ging es im dennoch stark frequentierten Schlosspark von Osaka Castle zu, welches auf einer Festung über der Stadt in glänzendem Weiß erstrahlt.

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Beim Museumsworkshop, beim Volleyball und beim Treffen des Rotaractclubs habe ich Bekanntschaft mit einigen Japanern und Japaninteressierten aus China, Amerika, Kanada, Jamaika, Thailand und Russland gemacht. Es hat viel Spaß gemacht, beim Abendessen mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern darüber zu diskutieren, wie sie Japan wahrnehmen und erleben. Ich freue mich sehr darauf, in den nächsten Wochen bei Ausflügen nach Kyoto, Nara und Kobe die Kansairegion besser kennen zu lernen.

☆☆ Dritter Bericht von Benjamin Raithel, zwölfter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Im Vorfeld hatte ich viel über Japan gelesen, einige Dokumentationen angeschaut und mit Freunden gesprochen, die schon hier gewesen waren. All diese Informationen führten dazu, dass ich mir vorgenommen habe einmal in meinem Leben nach Japan zu reisen. Ich wollte selbst erleben, ob alles hier wirklich  so anders ist wie mir alle sagten. Aber von allen Informationen konnte mich nichts auf Leben das Leben hier wirklich vorbereiten. Zwei Monate lebe ich nun schon ich Japan und gebe heute ein weiteres Update über was mich in der letzten Zeit beeindruckt oder zum Nachdenken angeregt hat.

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Nur 15 Millionen Einwohner sollen die Städte Osaka, Kyoto und Kobe gemeinsam haben. Wenn man sich in den Straßen umsieht und darauf achtet, wie viel dort los ist, ist das eigentlich kaum zu glauben. Überall herrscht hier Platznot. In den Bahnen, in den Wohnungen, in Restaurants oder davor. Selbst auf den Straßen pulsiert das Leben. Das Bahnnetz ist zwar mittlerweile für mich verständlich aufgebaut, aber um hier von A nach B zu kommen kann das schon mal locker 45 Minuten dauern. Viel problematischer ist es eher nach dem Weg zu fragen, denn in Osaka kann man schlicht nicht voraussetzen, dass die Einwohner Englisch sprechen. Das Problem der Sprache kristallisierte sich in den letzten Wochen sowieso als mein größtes Problem heraus. Zwar beherrsche ich mittlerweile die Zeichen auf Hiragana/ Katakana, es kommt mir aber vor als würden diese im Alltag kaum genutzt. Alltägliche Prozeduren wie neue Restaurants ausprobieren oder im Supermarkt Gewürze unterscheiden stellten sich so als meine schwierigsten Aufgaben während meiner Zeit hier in Japan heraus.

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Nobukatsu bat mich ob es mir möglich wäre bei einem seiner schier endlosen sozialen Projekte mitzuhelfen. Froh, dass auch ich diesem Land etwas zurückgeben könnte, willigte ich sofort ein und traf mich mit ihm am Bahnhof. Er erklärte mir dort, dass er eine Gruppe gegründet hat, die jungen und nicht privilegierten Kindern kostenlose Nachhilfe anbietet. Da ich zweisprachig erzogen wurde und mein Englisch -gerade in Japan- einem Native Speaker wohl nicht weit hinterher hinkt, war es meine Aufgaben den Kindern der „Junior High School“ englisch beizubringen und sie vor allem dazu zu bringen zu sprechen. Viele der Kinder schienen froh darüber, die Möglichkeit zu bekommen sich mit einem Ausländer zu unterhalten und machten -neben den alterstypischen Faxen- nach kurzer Zeit echte Fortschritte in unseren gemeinsamen anderthalb Stunden. Nebenbei erfuhr ich wie der Alltag eines Schülers in Japan aussieht. Schule, Sport-/Musikerziehung gefolgt von Lernen in Gruppen. Dies erschien mir erst als sehr strikt, öffnete mir aber andererseits auch die Augen dafür, warum Japaner solch ein strenges Leben aushalten und leben können. Sie lernen es von jungen Jahren an kennen und akzeptieren.

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Nach dem Unterricht ging ich mit meinen neuen „Lehrerkollegen“ zum Abendessen und um ein gemütliches Bier zu trinken. Die „netten Jungs“ ließen mich unter Hilfestellung sogar alleine bestellen. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher was ich sagen durfte, es muss aber so richtig gewesen sein, dass Koch und Bedienung lauthals mit mir lachten.

Ich bin nach wie vor sprachlos wie sehr sich Nobukatsu und seine Kollegen für die Bildung und Unterstützung anderer einsetzen. Ich möchte gerne alle beteiligten wissen lassen, dass mein tiefster Respekt ihnen gegenüber besteht und ich nur hoffe, dass sich auch andere ihnen anschließen um der Jugend zu helfen.

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Osaka hat aber auch noch eine andere Seite. Eine, die man als europäischer Großstädter vielleicht nicht einmal sofort bemerkt. Es ist unglaublich ruhig hier, selbst auf belebten Plätzen oder Märkten. In den Bahnen herrscht fast andächtige Stille. Alles ist sauber, nirgends liegt Müll auf den Straßen. Ich habe tatsächlich nicht ein einziges Graffiti an den Hauswänden in ganz Osaka gesehen. Die Japaner sind ein unglaublich höfliches Volk, sehr reserviert und zuvorkommend. Emotionen zu zeigen ziemt sich hier eben nicht. Mittlerweile ist mir deswegen klar warum Japan eines der Länder mit der höchsten Selbstmordrate ist. An den Bahnhöfen findet man deshalb, vor vielen Bahnsteigen, Absperrungen damit sich niemand vor die Gleise werfen kann. Der Gesellschaftliche und Berufliche Druck ist unglaublich hoch. Möglichkeiten um Dampf abzulassen gibt es aber praktisch nicht, es sei denn man feiert oder trinkt. Dann können sogar die Japaner laut sein. In den Clubs herrscht hier auf jeden Fall ausgelassene Stimmung.

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Eines der Dinge die  mich besonders nachhaltig beeindruckt hat, ist, dass sich Tag für Tag zahllose Menschen in den Tempelanlagen Japans einfinden um ihren Geist zu reinigen und um Glück für ihre Familien zu bitten. Das Japanische Volk ist zutiefst Traditionsbewusst. Und zwar nicht nur die älteren sondern ebenso die Jugend. Zwei Generationen die hier, Seite an Seite, nach spiritueller Erleuchtung suchen.

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Japan kann aber auch bunt, kann wild, kann wunderschön und irgendwie irre sein und ich beginne ein bisschen besser zu verstehen warum ich mich in Japan verliebt habe und unbedingt wiederkommen möchte. Aber wie ich schon sagte. Nichts kann sie auf Japan vorbereiten. Das muss man schon selbst erleben.