☆☆☆ Zweiter Bericht von Karl Friedrich Wilhelm von der Marwitz, neunzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

Auch wenn ich es genauso erwartet hatte, bin ich nun doch erstaunt – meine 12 Wochen in Osaka vergingen wie im Flug. Natürlich bin ich ein wenig wehmütig, dass das Abenteuer Japan nun zu Ende geht. Allerdings bestätigt dieses Gefühl auch einen ereignisreichen und damit kurzweiligen Aufenthalt. Da dies somit auch mein letzter Bericht ist, möchte ich nicht nur meine Erlebnisse der vergangenen Wochen beschreiben, sondern ihn auch nutzen, um meine Gedanken zum gesamten Aufenthalt zu äußern und mit einem Fazit abzuschließen.

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Die Grünwald-Stiftung sieht vor, dass ihre Stipendiaten bis zu zwei Wochen ihrer Zeit nutzen können, um das Land zu bereisen. Leider ist mein Terminkalender um die Zeit der geplanten Reise immer enger geworden. Schlussendlich konnte ich aber eine volle Woche davon in Anspruch nehmen. Die Kansai-Region und den westlichen Teil der Hauptinsel Honshu kannte ich bereits durch Tagesausflüge und den Besuch der Yanmar-Fabriken. Auch die Kanto-Region um Tokyo und der Norden Japans sind mir aus früheren Reisen bereits bekannt. Somit fiel meine Wahl für diese Reise mit Kyushu auf den westlichsten Teil des Archipels.

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Die erste Station der Reise war Nagasaki. Obwohl es sich hier „nur“ um eine mittelgroße japanische Stadt handelt, hat Nagasaki als eines der beiden Ziele der amerikanischen Atombombenabwürfe traurige Berühmtheit erlangt. Trotz strahlenden Sonnenscheins überfiel mich schnell ein bedrückendes Gefühl als ich das Hypocenter, also den Ort des Einschlages, besuchte. Anschließend begab ich mich in das nahegelegene Nagasaki Atomic Bomb Museum. Neben einer minutiösen Auflistung der Geschehnisse bis zum tatsächlichen Abwurf der Bombe wird auch sehr anschaulich gezeigt, welche Kurz- und Langzeitfolgen eine Atombombe verursacht. Bis zum heuten Tage werden bestimmte Waldstücke in der Umgebung Nagasakis aufgrund von erhöhten Strahlungswerten gemieden. Neben der geschichtlichen Einordnung des Vorfalls schließt das Museum mit einer Übersicht zur Entwicklung und Nutzung von Atomwaffen nach dem zweiten Weltkrieg ab. Das Fazit ist sehr deutlich: Diese Tragödie darf sich auf keinen Fall wiederholen. Diese Meinung ist auch unter den Einwohnern weit verbreitet, Nagasaki gilt als pazifistische Hochburg. Zum Abschluss gab es noch eine große Portion Noodles Champon, die japanische Abwandlung einer chinesischen Nudelsuppe. Aufgrund der Nähe zu China ist der Einfluss aus dem Land der Mitte hier besonders stark ausgeprägt.

Danach ging es weiter nach Fukuoka. Die größte Stadt Kyushus machte auf mich einen sehr jungen und dynamischen Eindruck, was unter anderem daran liegen mag, dass Fukuoka als Einfallstor für Einwanderer (und somit Meltingpot) gilt und eine sehr lebendige Startup-Szene vorweisen kann. Außerdem ist die Stadt für Hakata-Style Ramen bekannt. Einige der erfolgreichsten Ramen-Ketten der Welt haben sich auf diese Version der japanischen Nudelsuppe mit cremiger Schweinebrühe und dünnen, festen Nudeln spezialisiert. Die knapp 100 Restaurants der Kette Ichiran haben lediglich dieses eine Gericht auf ihrer Karte. Neben dem Hauptsitz von Ichiran schaffte ich es noch zwei weitere landesweit bekannte Ramen-Shops zu besuchen.

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Um die überschüssigen Kalorien aus Fukuoka wieder loszuwerden, stand als nächster Abschnitt der Reise eine Wanderung im Kirishima-Kinkowan Nationalpark an. Wie so häufig in Japan liegt die Schönheit des Parks in einer Berglandschaft vulkanischen Ursprungs. Zu den Highlights zählt neben dem riesigen Krater des Karakuni-dakes und des Vulkansees Ohnami-ike der aktive Vulkan Shinmoe-dake. Ein Blick auf den rauchenden Krater genügt, um das derzeitige Begehverbot zu verstehen. Allerdings hatte ich vom nahegelegenen Karakuni-dake einen hervorragenden Blick auf das Naturspektakel. Auch das Wetter spielte mit. Nachdem es am Tag zuvor durchgehend in Strömen geschüttet hat, hatte ich bei meiner Wanderung klare Verhältnisse. In der Ferne konnte ich sogar die aufsteigenden Rauchwolken der ca. 50 km entfernten Vulkaninsel Sakurajima erkennen.

Die letzte Nacht verbrachte ich in Kagoshima und erfreute mich noch ein letztes Mal der natürlichen Warmwasserquellen, die meistens mit der tektonischen Aktivität einher gehen. Diese Quellen werden auch Onsen genannt und sind in ganz Japan vorzufinden. Die heißen Bäder am Ende eines langen Tages werde ich mit Sicherheit vermissen. Am folgenden Tag ging es dann bereits mit dem Shinkansen zurück nach Osaka. Dank des ausgezeichneten japanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes konnte ich diese ca. 800km lange Strecke komfortabel in unter vier Stunden zurücklegen. Auch dieser Aspekt Japans wird mir äußerst positiv in Erinnerung bleiben. Deutschland hat im internationalen Vergleich sicher kein schlechtes öffentliches Fernverkehrssystem. Japan spielt aber schlicht in einer anderen Liga.

Die Woche vor dem Rückflug nutzte ich, um mich von meinen Bekannten zu verabschieden. So kamen beispielsweise Mika, Shiho, Yuri, Takumi und Yodai vom Deutsch-Sprachtisch der Kyoto Prefecture University zu besuch, um zusammen Maki-Sushi zu machen. Abschließend durfte ich Herrn Okamotos Einladung des deutschen Generalskonsul von Osaka und Kobe, Herrn Dr. Köhler, und des ehemaligen japanischen Generalkonsul Münchens, Herrn Tanabe, und ihren Partnern beiwohnen. Dieser Abend zählt nicht nur aufgrund der hervorragenden Hokkaido-Krebse, sondern vor allem durch die unglaublich interessanten und bereichernden Gespräche zu meinen persönlichen Höhepunkten. Auch wenn ich Herrn Okamoto für den gesamten Aufenthalt zu Dank verpflichtet bin möchte ich dieses Erlebnis nochmals hervorheben.

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Alles in allem blicke ich auf eine wundervolle Zeit in einem aufregenden Land zurück. Zum einen liegt bereits in der Andersartigkeit Japans ein gewisser Reiz.Zu Beginn reichte allein das Straßenbild mit den ungewohnt vielen Leuchtreklamen, Stromkabeln und dicht gedrängten Häusern aus, um mich ins Staunen zu versetzen. Auch die landschaftlichen Aspekte wie rauchende Vulkanlandschaften, dichte Bambuswälder und die allgegenwärtige Nähe zum Meer erkundete ich mit großer Begeisterung. Zum anderen hatte ich mit fortlaufender Zeit aber auch das Gefühl tief in die japanische Kultur und Gesellschaft einzutauchen. Die zahlreichen Kontaktmöglichkeiten mit den Bewohnern der Kansai-Region, die mir durch die Grünwald-Stiftung ermöglicht wurden, haben hierbei einen maßgeblichen Anteil. So kann ich nun behaupten, nach 12 Wochen einen recht umfänglichen Eindruck von Land und Leuten
erhalten zu haben. Besonders spannend war für mich der Vergleich der westlichen und japanischen Lebensweise. Einige Aspekte der japanischen Kultur gefallen mir sehr gut: gemeinschaftliche Mahlzeiten, hohe Dankbarkeit und Respekt für ältere Teile der Bevölkerung, Wahrung der Privatsphäre der
Mitmenschen. Mit anderen Aspekten kam ich weniger gut zurecht: indirekte Ansprache, (fehlende) Kritikkultur, starre soziale Strukturen. Insgesamt sehe ich es aber als enorme Bereicherung an, einen detaillierten Blick auf ein so hochentwickeltes Land, das sich aber in so vielen Aspekten von allem mir bisher Bekannten unterscheidet, erhalten zu haben.

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Hierfür bin ich der Grünwald-Stiftung, dem Rotary-Club Grünwald und speziell Herrn Okamoto äußerst dankbar. Von den Erfahrungen und Erlebnissen dieses Aufenthalts werde ich noch lange zehren. Ich bin mir zudem sicher, dass ich in irgendeiner Form – sei es für eine Reise oder für eine berufliche Tätigkeit – nach Japan zurückkehren werde. In diesem Sinne: Ja mata, Nihon!

☆☆☆ Erster Bericht von Karl Friedrich Wilhelm von der Marwitz, neunzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

Mit gemischten Gefühlen steige ich als 19. Stipendiat der Grünwald-Stiftung, als Teil eines einzigartigen deutsch-japanischen Kulturaustauschs vom (geplant) 1. März bis 29. Mai 2020, in München in den Flieger. Eine gewisse Angespanntheit liegt in der Luft, der Corona-Virus entschleunigt den
Münchner Flughafen. Nach 16 Stunden, einem Zwischenstopp in Tokio und der dritten Atemschutzmaske werde ich sehr freundlich von Herr Okamoto und Yasuo in Empfang genommen. Der Beginn eines unerwartet kurzen, aber erlebnisreichen und bereichernden Aufenthalts.

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In den ersten Tagen nimmt mich Herr Okamoto sehr fürsorglich an die Hand und erklärt mir seine Visionen und Ideen der Grünwald -Stiftung. Er bringt mir tagtäglich mit einer großen Ruhe und Begeisterung sein Land und seine Kultur näher.

Bei einem Besuch des Rotary-Clubs in Suita, dann der erste öffentliche Termin. Am Abend vorher haben Herr Okamoto und ich noch eine Rede auf japanisch vorbereitet.

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Begeistert hat mich unter anderem auch das japanische Essen. Ob Sushi, Sashimi, Okonomiyaki, Rahmen oder ein 11-Gänge Menü während meiner Willkommensfeier.

Die japanische Küche hat Ähnlichkeit mit der Küche anderer ostasiatischer Länder; der auffallende Unterschied ist die sparsamere Verwendung von Öl und Gewürzen. Vielmehr soll der Eigengeschmack der frischen Produkte möglichst deutlich erhalten bleiben. Dazu serviert gibt es dann einen grünen Tee oder Sake.

In der zweiten Woche besuche ich Kyoto. Sowie geschichtlich als auch kulturell ist Kyoto eine der bedeutendsten Städte Japans. Zudem war die Stadt über 1000 Jahre Sitz des kaiserlichen Hofes. Zahlreiche Tempel und Schreine gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Ein Freund von Herr Okamoto, Herr Fukuda zeigt mir am ersten Tag ein Teil der Stadt. Es war wichtig von einem einheimischen einen kleinen Überblick über die Stadt zu erhalten. Bei der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten (ca. 1800 Tempel, Schreine etc.) kann man schnell verloren gehen. Sowohl die Architektur also auch die Geschichte der einzelnen Sehenswürdigkeiten hat mich sehr fasziniert, sodass ich insgesamt 2 Tage in der Menschenleeren Stadt unterwegs war.

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Die Entwicklung des Coronavirus war auch ein Thema beim Besuch des Generalkonsuls Dr. Köhler in Osaka Umeda. Jeden Tag ist die Anzahl der erkrankten in Deutschland exponentiell in die Höhe gestiegen. Es war sehr Besorgnis erregend, da auch nicht sicher war wie die Entwicklung in Japan sein wird. Von daher haben wir uns dann dazu entschieden den Aufenthalt in Japan abzubrechen. Es war ein trauriger Abschied, da ich gerne mehr über Japan gelernt hätte.

Ich bin sehr dankbar, dass mir Herr Okamoto diese Möglichkeit gegeben hat. In den 2 Wochen habe ich nicht nur ein offenes, spannendes Land kennengelernt, sondern in Herr Okamoto auch einen guten Freund gefunden.

Ich bedanke mich bei Familie Okamoto, dem Rotary-Club Grünwald, der Grünwaldstiftung und allen Personen die mir Japan näher gebracht haben. Eine kurze, aber prägende Zeit die ich immer in sehr guter Erinnerung halten werde.

☆☆☆ Vierter Bericht von Leon Riccius, achtzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

Neben dem Erlangen von grundlegenden Japanisch-Kenntnissen und dem Auseinandersetzen mit der japanischen Kultur und Geschichte sollen die Stipendiaten der Grünwaldstiftung auch den japanischen Alltag erleben. Einen großen Teil davon macht nach wie vor die Arbeit aus. Auch wenn sich die Situation in den letzten Jahren verbessert hat bleiben Japaner zumeist deutlich länger in der Arbeit als vertraglich geregelt. Da die Arbeit eine so zentrale Stellung im Alltag einnimmt, wollte ich unbedingt einen genaueren Blick drauf werfen. Die Grünwaldstiftung unterhält sehr gute Beziehungen zu Yanmar und so durfte ich dieser Firma einen dreitägigen Besuch abstatten. Yanmar ist ein japanisches Familienunternehmen, dass für seine kompakten Dieselmotoren bekannt ist. Mittlerweile hat das Unternehmen fast 20.000 Mitarbeiter und hat ihr Tätigkeitsfeld stark erweitert. So werden neben den Dieselmotoren nun auch Gasturbinen und sogar ganze Landwirtschaftsmaschinen hergestellt. Auch im Feld der Anbautechnik ist Yanmar mittlerweile vertreten.

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Zum Auftakt meines Besuches wurde mir die Unternehmensphilosophie nähergebracht. Unter dem Motto „For a sustainable Future“ will das Unternehmen seinen Teil dazu beitragen, die Probleme unserer Generation zu bewältigen. Durch effiziente Antriebe und innovative Anbautechniken will Yanmar dem Klimawandel und der Nahrungsknappheit in Folge der Bevölkerungszunahme des 20. und 21. Jahrhunderts entgegentreten.

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Anschließend gab es einen Rundgang im Hauptsitz des Unternehmens in Umeda. Dieses hochmoderne Bürogebäude wird auch Flying-Y Building genannt und ist mit modernster, hauseigener Gebäudetechnik ausgestattet. In den nächsten Jahren wird das Gebäude aller Voraussicht nach zum Zero-Emission-Buildings umgerüstet und kann an sonnigen, milden Tagen sogar überschüssige Energie ins Stromnetz einspeisen. Aber nicht nur die Gebäudetechnik, sondern auch die Arbeitsweise wirkte auf mich sehr modern. Der Hauptsitz beherbergt vor allem die Personalabteilung, und bietet keine klassischen Arbeitsplätze mehr. Jeden Tag wird den Mitarbeitern innerhalb ihrer Abteilung ein neuer Sitzplatz zugelost. So wird der Austausch unter den Mitarbeitern gefördert und Grüppchenbildung vermieden.

Die Mitarbeiterkantine liegt im obersten Stock des Gebäudes. In der Mitte des Raumes ist ein großer Baum von Bienenstöcken umrandet. Damit die Bienen nicht beim Essen stören ist eine Trennwand aus Glas eingezogen. Den Honig dieser Bienen kann man direkt in der Kantine erwerben. Auch ansonsten wurden viele organische erzeugte Produkte von Baueren, die mit Yanmar zusammenarbeiten, angeboten.

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Für den restlichen Aufenthalt waren vor allem Werksbesuche eingeplant. So fuhren wir mit dem Shinkansen nach Okayama um das Kurashiki-Biolab und das Okayama-Werk zu besuchen. Besonders beeindruckend fand ich aber das Ibuki-Werk in Maibara. Obwohl hier ca. 2000 Varianten von Dieselmotoren in nur einer Hand voll Fertigungsstraßen hergestellt werden, ist der automatisierungsgrad enorm hoch. Hier konnte ich hautnah miterleben, wie gut japanische Unternehmen Prozesse optimieren können. Nicht ohne Grund zählt dies zu einer der Paradedisziplinen der japanischen Wirtschaft.

Abschließend gab es ein gemeinsames Abendessen mit der Abteilung, die meinen Besuch organisiert hatte. Hier konnten wir das Erlebte gemeinsam noch einmal Revue passieren lassen und haben einen schönen Abend verbracht.

Insgesamt machte Yanmar auf mich einen sehr modernen und zukunftsorientierten Eindruck und ist schon deutlich weiter als andere Unternehmen, die noch stark am japanischen Arbeitsmodell festhalten. Von Freunden erfuhr ich, dass die Hierarchie in japanischen Unternehmen sehr steil ist und streng eingehalten wird. In Zeiten, als japanische Firmen westliche Produkte nachahmten aber deutlich billiger anboten, war ein solches Topdown-Management besser geeignet. Heutzutage gehört Japan jedoch zu den führenden Industrienationen und muss selbst Hightech-Produkte entwickeln. Eine starre Hierarchie bietet aber wenig Raum für die hierfür benötigte Kreativität und Inspiration. Und so sind einige wichtige Firmen wie Sony oder Toshiba in Probleme geraten. Manch andere wie Sharp sind sogar weitgehend von der Bildfläche verschwunden. Obwohl ich bemerkte, dass Yanmar sich nach wie vor in einer Übergangsphase befindet, bin ich der Meinung, dass das Unternehmen auf einen sehr guten Weg ist. Auch wenn es noch Unterschiede zwischen dem Hauptsitz und den älteren Einrichtungen gibt ist eine große Bereitschaft erkennbar, neue Wege zu beschreiten und entschlossen die Zukunft zu gestalten.

Ich bedanke mich herzlich bei Yanmar und der Grünwaldstiftung für diese bereichernde Erfahrung. Insbesondere möchte ich mich bei Kajikawa-san und Oizumi-san bedanken, die mich während des gesamten Aufenthalts begleitet haben und nebenher noch ihrer eigentlichen Arbeit nachgegangen sind.

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☆☆☆ Dritter Bericht von Leon Riccius, achtzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

In den bisherigen Berichten habe ich vor allem berichtet, welche Orte ich besuchte, an welchen Events ich teilnahm und wie ich meinen Alltag verbrachte. Nach etwas mehr als sechs Wochen des Beobachtens möchte ich mich nun mehr der Japanische Kultur und Gesellschaft und deren Wirkung auf mich widmen.

Ein Thema drängt sich mir besonders auf, da es so häufig zu Tage tritt: Die Sprachbarriere.

Zunächst einmal bin ich ein wenig enttäuscht über meinen bisherigen Fortschritt beim Erlernen der Japanischen Sprache. Bereits in Deutschland hatte ich mit Sprachkursen der TUM begonnen. Insgesamt lerne ich nun seit ca. eineinhalb Jahren Japanisch. Mittlerweile gelingt mir die Kommunikation im Alltag recht gut. So kann ich ohne Probleme Nachfragen beispielsweise beim Einkaufen tätigen oder etwas Smalltalk führen. Bei ungewohnten Gesprächsthemen verstehe ich aber vieles nicht auf Anhieb und muss häufig nachfragen, wodurch ein tiefergehender Austausch auf Japanisch nahezu unmöglich ist. An sich gesehen ist das zwar schade, aber wird erst zum Problem durch die Fremdsprachenkenntnisse der Japaner, die in der Regel noch unter meinen Japanisch Kenntnissen liegen.

Japan ist liegt in ganz Asien im Vergleich der durchschnittlichen Punktezahl beim TOEFL vor Laos auf dem vorletzten Platz, bei den Ausgaben für Englischunterricht aber auf dem ersten Platz. Der Englischunterricht ist in Japan ab der Mittelschule Pflicht. Ich habe mich in letzter Zeit viel darüber informiert und mich bei jungen Japanern erkundigt, warum es eine solche Diskrepanz zwischen dem Aufwand in der Lehre und den tatsächlichen Kenntnissen der Sprache existiert und bin auf einige interessante Erkenntnisse gestoßen:

  1. Altmodischer Unterricht: Historisch gesehen wird in Japan vor allem die Grammar-Translation-Methode angewandt [Stewart & Miyahara 2011]. Hierbei lernen die Japaner die englische Grammatik und nutzen diese, um englische Texte ins Japanische zu übersetzen. Die weite Verbreitung dieser Methode lässt sich dadurch erklären, dass in den frühen Phasen des Englischunterrichts in Japan häufig nur einige Sachbücher oder Romane auf Englisch vorlagen. Anderes Material zur Gestaltung des Unterrichts waren schlicht nicht verfügbar. Durch Übersetzen ins Japanische wird sicherlich das Verständnis der Sprache verbessert. Der japanische Schüler muss aber selten selbst Texte auf English verfassen oder gesprochene Sprache verstehen. Die Eintrittsexamen an den Universitäten fordern ebenfalls größtenteils nur Kenntnisse der Vokabeln und der Grammatik. Somit hat ein japanischer Schüler auch keinen eigenen Antrieb über das im Unterricht gelernte hinauszugehen.
  2. Das Inselphänomen: Bereits geographisch weist der Archipel Japan eine gewisse Distanz zu den Nachbarstaaten auf. Besonders politisch hat sich Japan aber lange komplett dem Ausland verschlossen. Bis zur Meiji-Restauration herrschte eine komplette Isolation des Landes. Auch heute noch sind 98% der Einwohner Japans ethnische Japaner. Dadurch kommen Japaner im Alltag sehr wenig in Kontakt mit Menschen, die dem Japanischen nicht mächtig sind. In Japan werden auch fast ausschließlich japanische Medien konsumiert. Zudem gibt es hier eine weitgehend vom Westen unabhängigen Popkultur. Japaner haben nur sehr wenige gesetzlich vorgeschriebene Urlaubstage. Die vielen gesetzlichen Feiertage sind gut über das Jahr verteilt und eignen sich daher nicht für weite Reisen. Somit machen viele Japaner im Inland Urlaub. All das führt dazu, dass man in Japan nur selten mit der englischen Sprache in Kontakt kommt.
  3. Angst vor Veränderung: Häufig sprechen Japaner dem Englischen den Nutzen ab [Kubota, 2015], obwohl dieser durchaus belegt ist [Morita, 2017]. Es gibt jedoch auch einige, die schlicht aus Überzeugung nicht English lernen wollen. Es gibt die Angst, dass mit einer Verbesserung der Englischkenntnisse die Japanischkenntnisse der Bevölkerung und die Bedeutung der Sprache leiden. Als Beispiel wird hier oft Singapur angeführt, wo Englisch als Amtssprache eingeführt wurde und in der Folge Chinesisch stark zurückgedrängt wurde. Deutlich drastischer formuliert es [Tsuda, 2000]. Er schreibt, dass die Englische Sprache untrennbar mit einem Kulturimperialismus verbunden ist. Wenn also eine bessere Bildung in der englischen Sprache eintritt, leide nicht nur die Japanische Sprache darunter, sonder auch die Kultur und das Wertekodex der Japaner. Die Vertreter dieser These mögen zwar in der Minderheit sein, sie findet erstaunlich weitreichende Akzeptanz.

Bereits vor meiner Ankunft in Japan wurde ich häufig von der hohen Sprachbarriere gewarnt, wollte dem aber nicht so richtig glauben schenken. Nach einiger Zeit in diesem Land muss ich aber eingestehen, dass diese Barriere sehr wohl existiert und zudem enorm hoch ist. Besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo sehe ich diesen Zustand sehr kritisch. Ich hoffe, dass Japan sich dieses Problem eingesteht und aktiv Maßnahmen ergreift. So gibt es mit dem MEXT zwar ein Program mit dem Ziel Muttersprachler mehr in den Englischunterricht an Japanischen Schulen zu integriert. Jedoch sind dies meist nur Lehrassistenten und haben in der Praxis wenig Einfluss auf die Gestaltung des Unterrichts. Hier sehe ich noch großes Potential, da ich davon ausgehe, dass Japan als Gesamtpaket reizvoll genug ist, um die entsprechenden Fachkräfte ins Land zu locken. Zudem wünsche ich mir einen Kulturwandel bezüglich der Stellung der englischen Sprache. Ohne einen eigenen Antrieb der Schüler und Studenten, die Sprache zu erlernen, ist eine Verbesserung der Situation meines Erachtens nicht in Sicht. Die Komplexität und geringe Verbreitung der japanischen Sprache führen dazu, dass nur wenige Menschen weltweit diese Sprache lernen. Nun habe ich das Glück im Umfeld der Grünwald Stiftung viele Japaner kennengelernt zu haben, die über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügen. Darüber hinaus hat sich ein tiefergehender und bereichernder Austausch bisher als schwierig erwiesen.

Morita, L. (2017). Why Japan needs English. Cogent Social Sciences, 3(1), 1399783. https://doi.org/10.1080/23311886.2017.1399783

Kubota, R. (2015). Paradoxes of learning English in multilingual Japan: Envisioning education for border-crossing communication. In I. Nakane, E. Otsuji, & W. S. Armour (Eds.), Languages and identities in a transitional Japan: From internationalization to globalization (pp. 59–77). New York, NY: Routledge.

Stewart, A., & Miyahara, M. (2011). Parallel universes: Globalization and identity in English language teaching at a Japanese university. In P. Seargeant (Ed.), English in Japan in the era of Globalization (pp. 60–79). Basingstoke: Palgrave Macmillan. https://doi.org/10.1057/9780230306196

Tsuda, Y. (2000). Eigo Beta no Susume [Encouragement of Bad English]. Tokyo: Wani no NEW Shinsho.

☆☆☆ Zweiter Bericht von Leon Riccius, achtzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

Wie bereits im letzten Bericht erwähnt, lud uns der Bürgermeister von Suita in das Rathaus ein. Suita ist übrigens die Stadt im Norden Osakas, in denen auch Grünwald liegt. Bei dem herzlichen Empfang, zu dem wie üblich in Japan Tee serviert wurde, erkundigte sich Bürgermeister Gotō Keiji über meine bisherige Erfahrung in Japan und was ich mir von den kommenden Wochen erwarte. Zudem lernte ich von ihm einige wichtige Sprichwörter des Kansai-Dialekts, was sich in der kurzen Zeit seit dem Treffen bereits gelohnt hat.

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Kurz darauf empfing uns auch Generalkonsul Dr. Werner Köhler im deutschen Generalkonsulat Osaka-Kobe. Das Konsulat ist im 35. Stockwerk des Umeda Sky Buildings gelegen und bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt. In einem kurzen aber äußerst interessanten Gespräch erzählte und Herr Dr. Köhler von seinen Erfahrungen in Japan und speziell der Kansai-Region. Zudem wurde ich zur Feier der deutschen Einheit einige Tage darauf eingeladen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte.

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Mittlerweile habe ich mich gut in Osaka eingefunden und es pendelt sich langsam der Alltag ein. Am japanischen Alltag schätze ich bisher zwei Sachen besonders.

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Zum einen bin ich ein großer Befürworter von öffentlichem Nah- und Fernverkehr. Beides ist in Japan enorm gut ausgebaut. Vor allem in Ballungsräumen wie der Kansai-Region kommt man immer zügig, preiswert und umweltfreundlich ans Ziel. So ist beispielweise Kyoto oder Kobe in circa 40 Minuten von Osaka aus erreichbar. Wenn man den Shinkansen (das japanische Äquivalent zum ICE) nimmt geht es sogar noch deutlich schneller.

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Zum anderen bin ich begeistert von japanischem Essen. Meine hohen Erwartungen im Vorfeld wurden nochmals übertroffen. Auch wenn sich in der Kansai-Region Gerichte wie Okonomiyaki und Yakisoba großer Beliebtheit erfreuen, ist mein bisheriger Favorit eindeutig Ramen. Diese Nudelsuppe chinesischen Ursprungs wurde über die letzten Jahrzehnte beständig variiert und verfeinert. In Japan gibt es mittlerweile 10.000 Restaurants, die sich auf dieses Gericht spezialisiert haben. An der daraus resultierenden Qualität und Vielfalt erfreue ich mich immer wieder aufs Neue.

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Neben der Suche nach dem besten Ramen-Laden der Kansai-Region habe ich meine Freizeit genutzt, um die Hafenstadt Kobe zu besuchen. Das Stadtgebiet ist auf der einen Seite vom Meer und auf der anderen Seite von Bergen eingefasst. An vielen Stellen beträgt deren Entfernung unter 2km. So deutlich wie hier habe ich selten gesehen, wie die beiden charakteristischen Landschaftsmerkmale Japans zu einer kreativen und effizienten Raumnutzung führen. Neben buchstäblich gestapelten Autobahn- und Zugbrücken kann man hier auch einige künstliche Inseln sehen.

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☆☆☆ Erster Bericht von Leon Riccius, achtzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆☆

Als 18. Stipendiat der Grünwald Stiftung wird mir die Möglichkeit geboten, einen tiefen Einblick in die japanische Gesellschaft und Kultur zu bekommen. Im Voraus hatte ich bereits angefangen die Landessprache zu lernen. Nun hoffe ich durch den japanischen Alltag meine Sprachkenntnisse nochmal deutlich verbessern zu können.

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Die ersten beiden Wochen vergingen wie im Flug, da Herr Okamoto bereits viele Events für mich geplant hatte. Unter anderem durfte ich mich unter (in noch ausbaufähigem Japanisch) beim Rotary Club Suita vorstellen, wir besuchte ein Benefizkonzert der Yamaoka Stiftung und empfingen zusammen mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft Osaka eine Reisegruppe der juristischen Fakultät der Universität Augsburg.

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Besonders hervorheben möchte ich zum einen das von der Grünwald Stiftung organisierte Welcome-Dinner in einem Kaiseiki Restaurant. Kaiseiki gilt als eine der feinsten Formen der japanischen Küche. Saisonale und regionale Produkte stehen hierbei im Mittelpunkt. Aufgrund der hohen Qualität der Zutaten wird versucht, diese nur minimal weiterzuverarbeiten, um den natürlichen Geschmack nicht zu verlieren. Ich würde mich freuen, diesem Prinzip auch in Deutschland häufiger begegnen zu können. In unserem Fall war das Festmahl in elf Gänge aufgeteilt. Jeder einzelne davon wussten zu überraschen und zu begeistern. Neben gutem Essen war aber auch gute Gesellschaft geboten. So wohnte dem Abend neben Mitglieder der Stiftung mit Herr Takahiro Shinyo auch der ehemalige japanische Botschafters Berlin bei.

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Zum anderen hatte ich viel Freude an der Mary Ainsworth Ukiyo-e Colletion, die zu der Zeit im Osaka City Museum of Fine Arts ausgestellt wurde. Bei Ukiyo-e handelt es sich um Holzdrücke, die ab dem 17. Jahrhundert vielen Japanern einen Zugang zur Kunst ermöglichten. Zu Beginn dienten mehrheitlich Damen und Kabuki-Schauspieler als Motiv. Allmählich rückten aber Landschaftsbilder in den Fokus von Kunstlern wie Katsushika Hokusai und Utagawa Hiroshige. Aus dieser Zeit stammen einiger der bekanntesten japanischen Kunstwerke, wie z.B. der „rote Fuji“ und waren ebenfalls Teil dieser Ausstellung.

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Ich freue mich sehr auf die baldigen Treffen mit dem deutschen Generalkonsul und dem Bürgermeister von Suita. Zudem werde ich an Stammtischen zum kulturellen und sprachlichen Austausch in Osaka und Kyoto teilnehmen. Ich bedanke mich vielmals bei Herrn Okamoto und der Grünwald Stiftung für die Zeit und Mühen, die investiert wurden, um mir solche Events und Möglichkeiten bieten zu können.

☆☆☆ Sechter Bericht von Mona Meiller, siebzehnte Stipendiatin der Grünwaldstiftung ☆☆☆

Wehmütig schreibe ich nun meinen sechsten und letzten Bericht. Ich kann es gar nicht glauben, dass diese drei Monate so schnell vergangen sind. Vor meiner Reise nach Japan habe ich oft überlegt, was mich wohl erwartet, ob ich Heimweh haben würde und vor allem wie es sein könnte, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin.

Meine Japanreise hat meinen Blickwinkel auf sämtliche Dinge extrem positiv verändert. Ich bin offener, lustiger, neugieriger aber auch kritischer geworden. Die Zeit in Japan hat mir außerdem ein Gefühl der Sicherheit gegeben, dass ich überall auf der Welt irgendwie klar kommen werde.

Durch das „auf sich selbst gestellt sein“ und die ein oder anderen Ausflüge allein in Japan, lernte ich mich selbst jeden Tag ein bisschen besser kennen. Ich merkte auch, dass man eigentlich niemand anderen als sich selbst braucht, um zufrieden zu sein. Als ich in Japan landete, machte es in mir erstmals einen großen Knall, sofort raus aus meiner wohligen Komfortzone, alles ist neu und unbekannt und das alleine am anderen Ende der Welt! Das stellte sich aber relativ schnell als das Wichtigste heraus und brachte mich Tag für Tag weiter in meiner eigenen, persönlichen Entwicklung.

Natürlich ist es schön in Gesellschaft mit lieben und vor allem interessanten Menschen den Tag zu erleben, dennoch, den größten Teil seines Lebens verbringt man mit sich allein, also warum sich nicht einfach mal selbst gut finden. Meiner in Japan gesammelten Erfahrungen nach kann das so Einiges erleichtern.
In unserer heutigen Gesellschaft scheint es leider oft so, als sei das Streben nach dieser unerreichbaren Perfektion das Ziel. Das Land Japan hat mir durch seine unendliche Diversität und die Unterschiede zu Deutschland gezeigt, dass es schön und vor allem wichtig ist, dass wir Menschen alle verschieden aussehen, denken und leben.

Nochmals möchte Ich mich aus tiefstem Herzen bei Herrn und Frau Okamoto, Christine Waldhauser-Kuenlen und Herrn Matthias Weber und Frau Menacher bedanken. Durch ihr Arrangement ermöglichen Sie Jugendlichen etwas so einzigartig wundervolles,- darauf müssten Sie wohl mit mehr Sake als in Japan vorhanden ist, anstoßen! Mein besonderer Dank gilt meinem lieben Onkel Prof. Dr. Dr. Andreas Riederer, ohne welchen ich nie auf die Grünwaldstiftung gestoßen wäre. Ohne seine Unterstützung und seine motivierenden Worte hätte ich mich wohl nicht einmal getraut, mich bei der Grünwaldtstiftung zu bewerben. Nun, da Ich zurück in Deutschland bin, denke Ich oft zurück an die lieben Menschen die mir alle damals begegnet sind, und mir bei der dann
doch teilweise etwas schwierigen Umstellung geholfen haben. Auch diesen möchte Ich meinen Dank aussprechen.

Japan hat meinen Blickwinkel erweitert, mich ein großes Stück selbstbestimmter gemacht und mich vor allem neugieriger auf unsere wundersame Welt blicken lassen. Ich bin Ihnen auf ewig dankbar und werde diese strahlende Insel immer im Herzen tragen.

☆☆☆ Fünfter Bericht von Mona Meiller, siebzehnte Stipendiatin der Grünwaldstiftung ☆☆☆

Der erste Monat des Stipendiums ist dafür da sich einzugewöhnen, die Umgebung zu erkunden und sich langsam in die japanische Kultur einzufühlen. Im zweiten Monat wird der Schwerpunkt auf das Erlernen der Sprache gesetzt und schließlich ende des dritten Monats beginnt das Reisen durch Japan. Mithilfe des Schnellzugs „Shinkansen“ , der bis zu 320 km/h fährt, ist es möglich innerhalb von zweieinhalb Stunden von Osaka nach Tokio zu fahren.

グリーンワルト財団の奨学生としての最初の1ヶ月は、日本での生活に慣れ、滞在先のこの地域を知り日本文化にゆっくりと馴染んでいくためにあります。また2ヶ月目は、言語習得に重きが置かれるようになり、そして3ヶ月目の最後には日本中への旅が始まります。最高時速320kmを誇る新幹線のおかげで、大阪→東京間はわずか2時間半での移動が可能です。

Angekommen in Tokyo wirkte alles erstmal gar nicht so stressig und überfüllt wie ich es mir vorstellte, – vielleicht lag das aber auch daran, dass ich mich in den letzten drei Monaten schon an Osaka gewohnt hatte. Nach dem ersten Tag merkt man dann aber doch schlagartig wie groß, und ungreifbar die Stadt ist. Überall ragen unendlich hohe Wolkenkratzer aus dem Boden, die einem vor Augen halten, wie klein man selbst ist. Tokyo muss man selbst sehen und fühlen,- lange Beschreibungen können meiner Meinung nach nur schwer einen authentischen Eindruck vermitteln.

東京に到着して始めのうちは、想像していたほどにはそう緊張もしませんでしたが、それは私がそれまでの3ヶ月間大阪にいて日本の滞在に既に慣れていたことも関係している様に思いました。しかし東京滞在1日目を終えると、非常に大きなこの都市故に、その全貌が掴めないと感じ始めました。至るところに超高層ビルが立ち並んでおり、自分自身がどれだけ小さな存在であるかを感じさせます。東京は実際に自分がその地に赴き、どう感じるかを体験するに尽きる場所ではないかと思います。というのも、私の感想を長々と書いたところで、その印象を確実にお伝えすることはとても難しくするばかりだと思うからです。

Eine Sache die mich schon seit meiner Kindheit fasziniert, ist die Kunst des Sumoringens. Umso enttäuschter war ich als ich herausfand, dass die nächsten Turniere erst nach meiner Abreise stattfanden. Glücklicherweise fand ich übers Internet Karten für ein privates Sumo Training in einem „Sumostall“ in Tokyo. Die Regeln des Sumos sind extrem einfach. Der Kampf ist sofort vorbei, wenn einer der beiden Kämpfer den Boden außerhalb des 5m großen Kreises betritt oder den Boden mit einem anderen Körperteil als dem Fuß berührt. Teilweise wurden die Kämpfer bei Ihren blitzschnellen Angriffen sogar richtig biestig,-da schien es auch ganz normal, dass ein Sumōtori plötzlich im Gesicht blutete. Niemanden außer uns rund 40 Zuschauer schien das zu überraschen.

私が幼少期から魅了されてきたことの一つに、相撲の世界があります。実は次の相撲シーズンは私がドイツに帰った以降にしかスタートしないという事実を知って、とてもショックを受けていました。けれども幸運にも、インターネット上でとある東京の相撲部屋で個人的に稽古を見せてもらえるチケットを見つけたのです。相撲のルールというのは、至って簡単です。戦う2人のうちの片方が、直径約5メートルの土俵 の枠外の床についてしまったら、もしくは足以外の身体のどこかが床に触れてしまった時点で、試合はすぐに終了となります。相撲の試合というのは、時に一瞬の攻撃によってとても酷く嫌なものになることもあります。よくあることの様でしたけれども、突然に顔から流血してしまった相撲取りの方もおられました。およそ40人もの私たち見学者の誰もが、驚かずにはおれないといった表情をしていました。

Als das Training nach zwei Stunden vorbei war, erschreckte ich mich tierisch als plötzlich einer der bis zu über 150kg Sumōtori vor mir stand um sich mir mir zu unterhalten, ähnlich klein wie neben den unzähligen Wolkenkratzern Tokyos fühlte ich mich. Ich empfehle jedem sich das einmal anzuschauen und sich selbst einen Eindruck vom traditionellen Japanischen Kampfsport zu machen. (Übrigens gibt es vereinzelt auch weibliche Sumōtori!)

2時間の相撲の稽古見学が終わると、150kgを超える相撲取りの方が突如私に話しかけるために隣に立っていたので、とても驚きました。東京の超高層ビルの中に立っていた小さな自分の様にも感じました。皆様にも是非一度、こうした伝統的な日本の武道を見に足を運ばれて、それぞれに印象をお持ちになる機会を得られることをお勧めしたいと思います。(そういえば、まれにですが女性の相撲取りの方もいらっしゃる様です!)

Das nächste Reiseziel war weniger ein Vergnügen, aber meiner Meinung nach ein muss wenn man mal in Japan ist.

次の目的地は、楽しみという観点では少なくなりますが、でも私は日本に来たからには一度は訪れなくてはならない場所だと思っています。

Genannt „Little Boy“ wurde 1945 die Atombombe über der Stadt Hiroshima und kurze Zeit später eine weitere über Nagasaki abgeworfen. 100.000 Menschen starben sofort – fast ausschließlich Zivilisten. Bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen an den Folgeschäden. Angekommen im komplett neu aufgebauten Horoshima , erinnert einen, außer das Friedensdenkmal und das Friedensmuseum Hiroshima, nichts mehr an den Bombenabwurf 1945.
 
”リトルボーイ”と名付けられた原子爆弾は、1945年広島に、それからそのすぐ後には長崎に投下されました。10万人もの人々がそれによって即座に命を奪われました。命を落としたそのほとんどが、軍人ではなく一般の市民でした。1945年の終わりには、13万人にまでその被害が広がりました。完全に新しく復興された広島という街に到着した中で、原爆記念碑と広島平和記念資料館だけが、1945年の原爆投下を思い起こさせます。

Das Friedensmuseum Hiroshima verlässt man wütend, voller Zweifel am gesunden Menschenverstand aber auch dankbar für die eigene Gesundheit und Sicherheit. Erst der Besuch der sehr nahe gelegenen Insel Miyajima konnte die Fassungslosigkeit über den vollkommenen Irrsinn des Krieges einigermaßen lindern.

広島平和記念資料館では、怒ることや良識について疑念を抱くことすら分からなくなるほどですが、同時に自身の健康と安全性に感謝の意を感じずにはいられなくもなります。そのすぐ近くに位置する宮島に着いて始めて私は、戦争のむごい狂気に触れたことで取り乱した心を、少しばかり鎮めることが出来ました。

Dass heute nach wie vor Atomwaffen existieren, die Menschheit anscheinend rein gar nichts dazugelernt hat, ist nach einem Besuch im Friedensmuseum Hiroshima unverständlich , beschämend und vor allem eines: traurig.

今日なお原子爆弾が存在することは、我々人類は全く何も学んでいないのではないかと思えてしまいます、広島の平和祈念資料館を訪れた後で、どうしていいのか分からず恥じ入る気持ちに苛まれ、そしてただただ”悲しい”の一言に尽きます。

☆☆☆Vierter Bericht von Mona Meiller, siebzehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung☆☆☆

Das „Aoi Matsuri Fest“ ist eines der drei bedeutendsten Feste Kyotos. Jedes Jahr am 15. Mai findet es in der ehemaligen Hauptstadt Japans statt. Zusammen mit einigen Germanistik Studenten der „Kyoto Prefecture Universität“ und Herrn Professor Aoji besuchte ich den riesigen Festumzug. Das Hauptspektakel ist eine von riesigen Ochsenkarren begleitete Morgenprozession. In traditioneller Kleidung aus der Zeitepoche der Heian-Zeit, werden diese Karren von Pferden und rund 500 Parade Mitgliedern begleitet. Ein weiteres Highlight war die sogenannte „Saio-Dai-Königin“.  Ihre Aufgabe ist die Schreingottheiten anzubeten; dabei trägt sie ein zwölflagiges, extrem wertvolles Seidengewand.

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Solche Umzüge in Deutschland kennt man ja eigentlich immer lautstark durch Musikkapellen und Trommeln etc. begleitet. Es erstaunte mich sehr, dass der gesamte Umzug im Stillen stattfand. Keine laute Musik,  kein „Halligalli“ so wie ich es eigentlich erwartet hatte. Vielleicht liegt es daran, dass das Aoi Matsuri Fest zu den drei heiligsten Festen Kyotos zählt.

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Meiner Meinung nach macht ein Aufenthalt in Japan sensibler, bedachter und insbesondere eigenständiger. Fast täglich ist man gezwungen sich aus seiner Komfortzone herauszubegeben. Nach der Zeit wächst dadurch insbesondere auch das Selbstbewusstsein. So beschloss ich spontan nach Koyasan zu fahren. Koyasan wird auch „das geheimnisvolle Dorf der Mönche“ genannt. Mitten auf dem Berg Kōya ist das Gebiet mit Hilfe einer Seilbahn zu erreichen. Diese wirkt schon fast spielzeugartig in mitten der riesigen Berge. Lange Zeit war dieser Ort für Touristen unzugänglich und durch die lange und eher komplizierte Anreise, -ich hatte mich natürlich zwei mal verfahren-, ist dieses Dorf der Mönche nicht ansatzweise so touristisch wie z.B. Nara.

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In Kōyasan liegt der Okunoin, ein Wald aus tausend Grabsteinen, er zählt zu den wohl heiligsten und berühmtesten Orten Japans. Mir wurde geraten den Friedhof bei Nacht zu besuchen, denn der Weg sei mit unzähligen Laternen ausgeleuchtet, die alles in ein mystisches Licht tauchen.

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Ich hatte das Glück komplett alleine, ohne jegliche Touristengruppen, den Pfad zwischen den Grabsteinen entlang zu gehen. Unendlich viele Legenden spinnen sich um diese Gegend. Als der oberste Priester und Repräsentant des esoterischen Buddhismus gilt „Kôbô Daishi“.  Er ist der Gründer des Dorfes. Die Legende sagt, dass sein Geist nach wie vor zwischen den Grabdenkmälern des Waldes lebt und er dort in endloser Mediation verweilt. Das machte meinen nächtlichen Ausflug natürlich noch spannender.

Zu dieser mysteriösen Aura des Bergs Kōya trägt die alles einnehmende und vor allem ansteckende Ruhe bei. Einmal, als ich einen Werter nach dem Weg fragte, bemerkte ich, dass ich unbewusst geflüstert hatte. Ich empfehle jedem einen Ausflug in das Mönchsdorf Koyasan! Schon die Erfahrung in einem echten Tempel zu schlafen und früh morgens bei der buddhistischen Morgenzermemonie teilzunehmen, ist eine einzigartige Möglichkeit.

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☆☆☆Dritter Bericht von Mona Meiller, siebzehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung☆☆☆

Bevor ich nach Japan kam, sagten mir viele Leute, dass die Zeit wie im Flug vergehen würde. Jetzt merke ich das mehr denn je. Nach zwei Monaten hat sich mein Bild über Japan extrem gewandelt. Nie hätte ich gedacht, dass ich so viele verschiedene, tolle Leute kennenlernen würde.

日本に来る前、多くの人から、日本での時間はあっという間に時間が過ぎ去るよと言われていましたが、今それをひしひしと実感している所です。日本滞在も2ヶ月が過ぎ、私の日本に対するイメージは大きく変化しました。私は、こんなにも多種多様な素晴らしい方々とお会い出来るとは想像もしていませんでした。

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Herr Okamoto hatte mich während der „Golden Week“ in ein RYLA Seminar, außerhalb Osakas eingeschrieben. RYLA steht für „Rotary Youth Leadership Awards“. Das sind meistens Veranstaltungen, Tagesseminare oder Wochenendtagungen bei denen eine Vielzahl von Ausflügen, Gruppenarbeiten, Wanderungen etc. unternommen werden. Fokussieren soll man sich hierbei auf Teamarbeit und insbesondere die eigene, persönliche Weiterentwicklung.Als erste Stipendiatin die im Zuge der Grünwaldstiftung an einem solchen Seminar teilnehmen sollte war ich quasi das „Versuchskaninchen“. :)

岡本理事長は、ゴールデンウィーク期間、私のために大阪郊外で行われたRYLAセミナーに申し込みして下さいました。RYLAというのは、ロータリー青少年指導者養成プログラムで、たくさんの日帰り旅行、グループ活動や山登り等が企画され、様々な行事や講義、週末会議が行われます。ここではチームワーク、そして同時に個々の成長が求められます。

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Bei der Ankunft wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in traditionelle, mit Tatami-Matten ausgestattete Zimmer eingeteilt. Ich war mit einer Gruppe junger Frauen im Zimmer und obwohl die meisten kein Englisch sprachen, verstanden wir uns auf Anhieb recht gut.

グリーンワルト財団の奨学生として、試験的に初めて私はこうしたセミナーに参加しました。現地に到着すると、伝統的な行事らしく参加者全員が和室へと割り振られました。私は若い女性のグループの一員となり、ほとんどのメンバーが英語を話せなかったのですが、すぐに打ち解けることが出来ました。

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Das Hotel in dem wir rund 200 TeilnehmerInnen zwischen 16-30 Jahren untergebracht waren, bot neben sehr gutem Essen auch eine hauseigene „heiße Quelle“ an. Am Abend sagten mir meine Zimmerkolleginnen, dass sie nun den Onsen besuchen würden und ob ich denn Lust hätte, mitzukommen. Natürlich willigte ich sofort ein, – so eine Gelegenheit gibt es schließlich nicht oft.

16〜30歳の総勢約200人の参加者が滞在したホテルでは、美味しいお料理に加え、このホテルの温泉が提供されました。夜には同部屋の女の子達に、今から温泉に行くけど、もし良かったら一緒に行く?と聞かれて、私はもちろん二つ返事で同意しました。こんな機会は、よく考えてみたらなかなかないのではないかと思いました。
Meine tollpatschigen und eher hilflos wirkenden Versuche, mich so wenig laienhaft wie möglich in dem mir komplett fremden Onsen zu verhalten, amüsierte meine Kolleginnen sehr und mir blieb schlussendlich auch nichts anderes übrig, als das Ganze einfach mit Humor zu nehmen. Geduldig und mit viel Fürsorge erklärten mir die Mädchen sämtliche Abläufe. Es gab nämlich dann doch recht viel zu beachten, z.B. gibt es eine bestimmte Technik sich den Turban zu binden.

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私にとって温泉は、本当に全く馴染みのないものですから、初めのうちは何をどう振舞えば良いのか分からず手探り状態でしたが、そんな私の様子を同部屋の女の子達はとっても楽しんで、最後には笑わざるを得ませんでした。その後、彼女たちは私に、とても詳しく温泉の入り方等を詳しく説明してくれました。例えばターバンの様に頭にタオルを巻く等、実に多くの注目すべきテクニックがありました。

Das erste Mal mit so vielen, verschiedenen Frauen einen echten Onsen zu besuchen war ein wirklich wundervolles Erlebnis und obwohl wir alle aus verschiedenen Orten der Welt kamen, (Japan,Frankreich,Korea,Malaysia,China, USA etc..) waren wir in diesen Räumlichkeiten dann doch alle einfach irgendwie gleich.
Es erinnerte mich daran, wie wichtig es ist, dass wir Frauen zusammen halten und uns unterstützen. Ganz egal wo auf der Welt.

この初めてたくさんの女の子達との温泉に入ることは、本当に素晴らしい体験でした。日本・フランス・韓国・マレーシア・中国・アメリカ等、私たちは世界各国からやってきたメンバーだった訳ですが、この温泉という空間の中では、どこか同一感を感じられました。世界中のどこであるかということに関係なく、私たち女性が結束し、互いに助け合うことの大切さを感じました。

In der darauffolgenden Woche besuchte ich das erste Mal die Hafenstadt Kobe. Dort traf ich  Nobuko und Naoya Ikawa. Einmal im Monat bereitet das Ehepaar zusammen mit ihrer Kirchengemeinde eine warme Mahlzeit für Bedürftige zu. In diesem Monat durfte ich helfen. Mit acht anderen Freiwilligen bereiteten wir das chinesische Gericht „Chuka Donburgi“ vor. Insgesamt 120 Leute, inklusive uns selbst, wurden davon satt.

その翌週には、港町である神戸へ初めて訪れました。まずここで、井川信子さんとご主人様にお会いしました。井川ご夫妻は、月に一度所属先の教会で、身寄りのない方々のために料理を作られています。今月は私もお手伝いさせて頂くことが出来ました。その他8人の有志と共に、中国の料理である”中華どんぶり”を用意しました。私たち自身も含め、120人もの人々がお腹いっぱいになりました。

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Kurz darauf halfen alle zusammen das Geschirr abzutrocknen, zu spülen und zu sortieren. Einzelne der Bedürftigen kamen auf mich zu um sich bei mir fürs Abwaschen zu bedanken, manche halfen selbst beim Putzen oder sammelten benütztes Geschirr ein,- jeder wechselte mal seinen „Arbeitsposten“. Wir halfen alle zusammen, daher war das Ganze dann nach knapp 45 Minuten vorbei. Wenn man sich also nur ein bisschen seiner Zeit nimmt, ist es ganz einfach etwas Gutes zu tun und wenn wir ehrlich sind, hat jeder von uns diese paar Stunden übrig. :)

その後すぐにお皿を洗って、拭いて、直すことを皆で手伝いました。身寄りのない方々が個々に私のところへ来られて、皿洗いについてのお礼を言われたり、掃除や使ったお皿を下げることを手伝ったりと、それぞれが自分の役割を交代しながらうまく回して片付けをしました。それぞれが助け合ったので、全部で45分でしかかかりませんでした。少し自分の時間を提供することで、物事を良く進めることが容易になりますし、こうした数時間って実は誰でも残っていて作ることが出来るのではないかと思いました。

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Am Nachmittag zeigte mir Frau und Herr Ikawa den berühmten „Mount Rokko“ und das dahinter liegende Bergdorf „Arima Onsen“, eines der ältesten Badeorte Japans. Im Gegensatz zu den meisten anderen Orten die ich besuchte, war es hier wenig touristisch. Das gab dem Ausflug eine sehr ruhige und angenehme Stimmung. Diese Atmosphäre war daher etwas ganz neues für mich. Ich bedanke mich nochmals herzlich bei Familie Ikawa für diesen tollen Tag!

この日の午後には井川御夫妻が、有名な六甲山と、その裏側にある日本最古の温泉地の一つである山村地区の有馬温泉を案内して下さいました。私がこれまで訪れてきた観光地とは対照的に、ここにはあまり観光客はいませんでした。とても静かで居心地の良い趣のある場所でした。こうした雰囲気は、むしろ私にとって新鮮でした。井川御夫妻に、この素晴らしい一日を過ごさせて頂けたこと、改めて心より感謝申し上げます。

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Am selben Abend waren Herr Okamoto, ich und ungefähr 40 weitere Leute zu einem erstklassigen Abendessen mit ausgewählter Weinbegleitung eingeladen. Es war irgendwie komisch. Einige Stunden zuvor stand ich noch in meiner Schürze unter dem Kochzelt und löffelte meinen Reis und nun saß ich vor meinem ausgezeichneten vier Gänge Menü. Ich hatte einen wundervollen und lustigen Abend, dennoch dachte ich ab und zu an das gemeinsame Mittagessen unter dem Zelt zurück,- das war zwar was komplett anderes, aber mindestens genauso schön !

この日の夜には、岡本理事長と共に、約40人の方々とファーストクラスの様なお食事と選び抜かれたワインを楽しむ会にご招待いただきました。どこか不思議な感じがしました。数時間前には、私はエプロンをして料理し、ご飯をスプーンですくって食べていました。そして、このワイン会ではとびきり上等な4つのコース料理を前に座っている自分がいます。この夜は素晴らしく楽しいひと時でした、そして時折お昼ご飯の時間にも思いを馳せていました、確かに全く違うものではありましたが、どちらも素晴らしいひと時でした。

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