☆☆ Fünfter Bericht von Christina Held, zehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Wednesday, der 6. January 2016 | Autor: dzgo | Kategorie(n): Blog

‚‚可愛い子には旅をさせよ‘‘ 

Kawaii ko ni wa tabi o saseyo – Schicke das Kind, das du liebst auf Reisen –

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Um die facettenreiche Landschaft Japans besser kennen zu lernen, entschloss ich mich, meine letzte Reise den Inseln Kyushu und Shikoku zu widmen. Neben der Hauptinsel Honshu, auf der etwa die Metropolen Osaka und Tokyo liegen, kommt der Insel Kyushu als zweitbevölkerungsreichste, aber nicht weniger traditionsreiche Insel eine sehr große Bedeutung zu. Dort angekommen besichtigte ich die von der Zeit scheinbar unangetastete Burg Kumamoto, tauchte ein in die legendären heißen Quellen von Beppu und konnte schließlich noch die geschichtsträchtige Hafenstadt Nagasaki erleben.

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Ebenso durfte die vor Osaka liegende Insel Shikoku四国 während meines Aufenthalts nicht fehlen und so machte ich mich auf, den im Ort Takamatsu gelegenen und durch seine Schönheit begeisternden Garten Ritsurin Koen 栗林公園, zu besichtigten.

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Neben meinen Ausflügen auf die beiden bedeutenden Inseln Japans soll jedoch auch mein kurzer Zwischenstopp in Okayama nicht unerwähnt bleiben. Dort besichtigte ich einen weiteren berühmten und durch das rötlich verfärbte Laub eindrucksvollen Garten Kōraku-en sowie die Burg Okayama, die aufgrund ihrer schwarzen Farbe auch als sog. Krähenburg bezeichnet wird.

Zusammen mit der Familie Ikawa sowie dem vierten Stipendiaten der Grünwald Stiftung Andreas Grömling, der mir ebenfalls während meines dreimonatigen Aufenthaltes jederzeit geholfen und mich bei vielen Stadtbesichtigungen begleitet hat, unternahm ich einen Ausflug auf den Berg Rokko-san in Kobe. Mit der wunderschönen Aussicht auf Kobe und in die Weite bis auf den Horizont, konnte ich nochmal alle meine Momente und Erlebnisse Revue passieren lassen.

Meine Zeit zu Reisen und Neues zu entdecken war somit am Ende und deshalb widmete ich mich während meiner letzten Tage, den beiden Orten, die ich wohl am Meisten vermissen werde: Kyoto und Osaka!

Um in einer anderen Kultur zu leben und sich in ihr zurechtzufinden, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, Werte, Normen und Einstellungen sowie Überzeugungen, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen ausdrücken, zu verstehen. Während meines dreimonatigen Aufenthaltes bekam ich die Möglichkeit dieses Verständnis für die japanische Kultur erleben zu dürfen. Herr und Frau Okamoto haben mir eine kulturelle und kulinarische Entdeckungsreise in die Fernen und Weiten dieses beeindruckenden Landes geboten und mir Erfahrungen ermöglicht, die ich sonst nirgends hätte machen können. Jederzeit bekam ich die Möglichkeit, meine anfänglichen noch mangelhaften Japanisch Kenntnisse schrittweise zu verbessern und interessante neue Leute kennenzulernen.
Hierbei machte ich in Japan auch die Erfahrung, dass es seine Zeit braucht, Freundschaften zu schließen. Sobald diese Beziehungen aber bestehen, kann man jederzeit aufeinander zählen, da die Loyalität gegenüber Freunden in Japan eine herausragende Rolle einnimmt. Obwohl ich erst kurze Zeit in Japan war, kann ich mich glücklich schätzen, diese Loyalität durch meine in Japan gewonnenen Freunde bereits spüren zu können.

Meine letzten drei Monate in Japan sind Teil eines einzigartigen Erlebnisses, welches mich mein Leben lang begleiten wird. Jeder Tag war einmalig und wurde durch unterschiedlichste Erfahrungen und Begegnungen mit vielen interessanten Menschen geprägt. Um die japanische Kultur jedoch richtig zu verstehen, benötigt man viel Zeit und Geduld. Hierbei ist es entscheidend, dass man sich gegenüber dem Fremden offen zeigt und sich mit den kulturellen Unterschieden auseinandersetzt. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass für mich das Verstehen der japanischen Sprache der Schlüssel zu Allem war, denn nur so ist mir das Leben in Japan leichter gefallen und machte meinen Aufenthalt zu einem spannenden Abenteuer.

Ich kann es kaum glauben, dass meine dreimonatige Reise in eine komplett andere Welt bereits vorbei ist. Jedoch weiß ich, dass Japan auch in Zukunft noch sehr wichtig für mich sein wird, denn ich möchte auf jeden fall wieder dorthin zurückkehren.

Abschließend möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn und Frau Okamoto für Ihre großzügige Gastfreundschaft bedanken und dafür, dass sie mir einen unvergesslichen Aufenthalt geboten haben.
Auch danke ich dem Aufnahmeausschuss des Rotary-Clubs Grünwald und all denjenigen, die mich während meiner Reise begleitet haben.



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