☆☆ Erster Bericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Wednesday, der 26. April 2017 | Autor: GRUENWALD | Kategorie(n): Blog

Am 30.03.2017 war es endlich soweit und ich durfte meine ersten Schritte auf japanischem Boden machen. Seit nun ca. zwei Wochen lebe ich in Suita, etwa zehn Minuten mit dem Zug von der Osaka City Station entfernt, als 14. Stipendiat in der nördlichen Präfektur von Osaka. Jedes Jahr erhalten zwei junge Menschen im Alter von 18-25 Jahren die Chance, Japan – das Land, die Kultur und die Sprache – für drei Monate hautnah von Herrn Okamoto gezeigt zu bekommen. Besonders hervorzuheben ist, mit welcher Hingabe und Leidenschaft sich Herr Okamoto um jeden einzelnen Stipendiaten kümmert, in dem Wunsch, ihm ausführlich und genau Japan näherzubringen.

In meinem zweiwöchigen Aufenthalt in Japan bekam ich bisher die Möglichkeit, allerlei typische kulinarische Köstlichkeiten zu probieren. Anders als in Deutschland sind die Portionen in Japan wesentlich kleiner und man isst oft verschiedene kleine Gerichte im Laufe des Abends, ähnlich wie bei spanischen Tapas.

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Zum Ende meiner ersten zwei Wochen organisierten Herr und Frau Okamoto für mich eine wunderbare Willkommensparty, an welcher Herr Takahiro Shinyo, ehemaliger japanischer Botschafter in Berlin, und Freunde von Herrn Okamoto eingeladen waren. Bei einem leckeren Kayseki-Menü und interessanten Gesprächen verbrachten wir einen tollen Abend im Restaurant Syunsai Yamasaki. Bei meinem Treffen mit dem Bürgermeister Keiji Goto von Suita hatte ich die Möglichkeit, bei einem 30-minütigen Gespräch mehr über die aktuelle Lage und Zukunft von Suita zu erfahren.

An einem anderen Abend bekam ich die Chance, einem Treffen des Rotact Club beizuwohnen und konnte mit vielen jungen Japanern Kontakte knüpfen. Hier zeigte sich einmal mehr die japanische Freundlichkeit, jeden Fremden als ihren Freund aufzunehmen, denn prompt luden sie mich unteranderem zum BBQ und anderen Veranstaltungen ein.

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Neben diesen von Herrn Okamoto organisierten Highlights blieb mir auch noch etwas Zeit, die Stadt Osaka, aber auch Kyoto näher kennenzulernen und auf eigene Faust zu erkunden. Besonders ist mir auf meinen Touren als „Alleinreisender“ aufgefallen, wie offen und freundlich die Japaner sind. Oft werde ich beim fotografieren von Passanten gefragt, ob sie ein Foto von mir machen sollen. Auch wird man immer wieder auf der Straße in Gespräche verwickelt, da die Japaner wissen wollen, wo man herkommt und wie einem Japan gefällt. Wenn man eine Frage hat oder ein Gebäude/ Geschäft sucht, führen einen die Ortskundigen dorthin. Im Restaurant wird darauf geachtet, dass man immer mit Getränken versorgt ist, jemanden zum Sprechen hat und nie alleine ist. Diese Gastfreundlichkeit habe ich bis jetzt noch nie erlebt, eine bemerkenswert schöne Eigenschaft der Einheimischen!

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Ab und an nimmt mich Herr Okamoto auch zu geschäftlichen Terminen mit. Unter Anderem war ich bei der Firma Mitsuboshi Belting. Dort führten Herr Okamoto mit Frau Kuno und Herrn Sumiya ein Interview mit zwei Mitsuboshi Belting Mitarbeitern, welches in der Zeitung der Japanisch-Deutschen Gesellschaft veröffentlicht wird. Besonders anerkennenswert finde ich, wie sehr sich diese Firma sozial engagiert. Die Firma mit Sitz in Kobe hat seit dem schweren Erdbeben vor 22 Jahren eingeführt, dass jedes Jahr routinemäßig Notfallübungen absolviert werden. Anders als in Deutschland werden in diesen Übungen allerdings nicht nur die Evakuierung der Mitarbeiter aus dem Firmengebäude geübt, sondern auch wie man Brände löscht, Verletzte abtransportiert, den Menschen in der Umgebung helfen kann und wie man diese im Notfall mit Essen versorgt. Zu dieser Übung sind auch alle Anwohner aus der Umgebung immer herzlich eingeladen. Neben den Notfallübungen bei Gefahren durch Brand und Erdbeben wird seit Neuestem auch das richtige Verhalten bei einemTsunami geprobt.

Für den Fall eines Unglücks hat die Firma extra ein kleines Feuerwehrauto gekauft, Helme und Kleidung für die Mitarbeiter und Menschen aus der Umgebung, sowie einen externen Wassertank unter dem Firmengelände installiert. Dieses beispielhafte soziale Engagement wissen die Menschen in der Umgebung wohl zu schätzen, denn die Firma ist über die Maßen beliebt und angesehen.

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Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Wochen und alle neuen Erfahrungen, die ich sammeln werde. Auch möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Okamoto und seiner Frau bedanken, die mich so herzlich aufgenommen haben und sich die Zeit nehmen, mir Japan näher zu bringen!



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