☆☆ Abschlussbericht von Anjuli Franz, dreizehnte Stipendiatin der Grünwald Stiftung ☆☆

Sunday, der 14. May 2017 | Autor: GRUENWALD | Kategorie(n): Blog

Meine drei Monate in Japan waren für mich eine wunderschöne und sehr lehrreiche Zeit. Die über Jahrtausende mit nur wenig äußerem Einfluss erhaltene Kultur bietet unglaublich spannende Einblicke in Geschichte und Traditionen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Umgangsweise der Japaner untereinander und mit Fremden, die stets von Höflichkeit und Respekt geprägt ist. Das hat stark dazu beigetragen, dass ich mich während meiner Zeit hier ausnahmslos immer wohl gefühlt habe. Selbst wenn die in allen Situationen entgegengebrachte Freundlichkeit nicht immer von Herzen, sondern anerzogen ist, ermöglicht sie einen sehr entspannten Umgang miteinander. Davon könnten wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Ich hatte große Lust, das Land noch weiter zu erkunden. Großzügigerweise bot mir Herr Okamoto noch zwei Wochen Asyl in seinem Gästezimmer, sodass ich zum Ende meines Aufenthalts noch drei tolle Reisen in unterschiedliche Ecken Japans unternehmen konnte.

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Als Wald- und Naturfan war ein Besuch der Insel Yakushima genau das richtige für mich. Zusammen mit einem chinesischen Freund besuchte ich die älteste japanische Zeder, erkundete die wilden Wälder zu Fuß und per Kayak und entspannte in einem tollen natürlichen Onsen direkt am Meer. Der bekannte Regisseur Hayao Miyazaki hat sich bei der Gestaltung des Animes “Prinzessin Mononoke” angeblich von der Natur Yakushimas inspirieren lassen.

G2

In der Nähe von Kumamoto hatte ich das Glück, bei den Eltern einer japanischen Freundin übernachten zu dürfen, und erlebte einen Tag auf dem südjapanischen Land. Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, ein japanisches Haus von innen zu sehen, insbesondere wenn dieses mit traditionellen Tatamimatten und Shoji-Schiebetüren ausgestattet ist. Auch daran, auf einem dünnen Futon zu schlafen, habe ich mich schnell gewöhnt.

G3

Im Norden konnte ich ein ganz anderes Japan kennen lernen. Hokkaido bietet weite Landschaften, die Leute sind (wie im deutschen Norden) etwas ruhiger und zurückhaltender. Nur mit dem japanischen Frühstück bin ich noch nicht ganz warm geworden…

G4

In Sapporo übernachtete ich bei der Gastfamilie eines Bekannten. Gemeinsam aßen wir den frischesten Fisch und Meeresfrüchte. Meine meisten Kontakte außerhalb der Grünwaldstiftung waren entweder japanisch oder stammten aus anderen asiatischen Ländern. Es war sehr interessant, über die Unterschiede in den asiatischen Kulturen und ihre Beziehungen zueinander zu lernen.

G5

Gerade verbringe ich meine letzten Tage auf den Yaeyama-Inseln in der Nähe von Taiwan. Besonders Iriomote mit ihrem Dschungel, Mangroven und toller Unterwasserwelt hat mir sehr gut gefallen. Auf allen Reisen wurde mir eine große Freundlichkeit und Interesse an meiner Kultur entgegengebracht, ob von den Besitzern meiner Unterkünfte oder anderen Reisenden. Es war nicht immer leicht, diese hauptsächlich auf Japanisch stattfindenden Unterhaltungen zu führen, aber jedes einzelne Mal hat zu meinem Verständnis der japanischen Lebensart beigetragen. Für diese Erlebnisse der letzten dreieinhalb Monate bin ich über alle Maße dankbar. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich gefreut hatte, als ich vom Rotaryclub Grünwald die Zusage für das Stipendium erhalten habe. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Danke für die Auswahl und das Vertrauen in eine Rheinhessin!

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Von ganzem Herzen möchte ich mich bei Familie Okamoto bedanken. Herr Okamoto investiert viel Energie und Zeit in seine Stipendiaten und steht ihnen in allen Lebenslagen zur Seite. Nur durch dieses Engagement ist es möglich, Japan so intensiv und unbeschwert kennen zu lernen. Es war für mich eine wunderbare Zeit, aus der ich mit vielen neuen Eindrücken, Meinungen und Erkenntnissen herausgehe.

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