☆☆ Dritter Bericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Thursday, der 8. June 2017 | Autor: GRUENWALD | Kategorie(n): Blog

In den letzten zwei Wochen unternahm ich mit Sakura, der Tochter von Frau Ikawa, und einer Freundin von Sakura eine Wanderung auf den Mount Rokko. Bei herrlichen 25°C und Sonnenschein hatten wir nach einem circa 2,5 stündigen Marsch den Gipfel erreicht und einen wunderschönen Ausblick auf die Osaka Bucht im Süd-Osten, sowie auf die bewaldeten Berge im Norden. Nach einer kurzen Pause ging es wieder bergab Richtung Arima Onsen. Arima Onsen ist einer der ältesten Onsen Japans und zieht jedes Jahr viele (auch japanische) Touristen. Die heißen Thermalquellen sollen eine heilende und wiederbelebende Wirkung auf den Körper haben. Dort angekommen erholten wir uns für eine Stunde in den heißen Thermalquellen, welche nach Männern und Frauen getrennt sind, bevor wir den Bus zurück nach Kobe nahmen. Frau Ikawa und ihr Mann luden uns noch zum Abendessen zu sich nach Hause ein, bei dem wir die Gelegenheit hatten, uns gut zu unterhalten. Zufälligerweise war an diesem Tag ein Umzug in Kobe, an dem viele junge Menschen aus der Stadt einen Wagen insgesamt vier Mal durch Kobe schoben und zogen. Der Umzug fängt immer früh morgens an und endet erst spät abends, das ganze Spektakel  ist begleitet von lauter Musik und Tänzen.

Kobe Mount

Aufgrund der mittlerweile hier herrschenden südländischen Temperaturen habe ich mich entschieden, einen Tag am Strand von Kobe zu verbringen. Nach meinem Ausstieg an der JR Haltestelle Suma konnte ich einen langen Sandstrand vor mir sehen. Im Sommer soll es hier voll von Sonnenanbetern sein, um diese Jahreszeit war der Strand allerdings noch recht leer. Ich war gegen elf Uhr dort und konnte die Besucher des Strandes an zwei Händen abzählen. Nach ca. 2 Stunden in der Sonne machte ich mich auf zum Suma Aqualife Park. Das Aquarium gibt es seit über 60 Jahren und beherbergt hunderte verschiedene Arten von Meeresbewohnern. Das Highlight neben der Delfinshow ist mit Sicherheit der Unterwassertunnel (der einzige in Japan), in welchem man durch ein Becken gehen kann, in dem Fische aus dem Amazonas schwimmen. Anschließend verbrachte ich den restlichen Tag am wunderschönen Hafen von Kobe.

Kobe Strand

Ich hatte das Glück und konnte am 15. Mai am Aoi Matsuri teilnehmen. Das Aoi Matsuri ist das älteste Fest in Kyoto und hat seine Ursprünge im 6. Jahrhundert, als mehrere Naturkatastrophen die Ernte vernichteten. Um die Götter zu besänftigen ordnete der Kaiser Zeremonien und Riten an verschiedenen Schreinen in Kyoto an. Die Zeremonien wurden über den Lauf der Jahre zum Aoi Matsuri. An dem Fest nehmen mehrere hundert Menschen teil. Der Start des Umzuges ist am Kaiserpalast und führt vorbei am Shimogamo Schrein bis zum Kamigamo Schrein, wo jeweils eine Zeremonie abgehalten wird. An diesem Tag ist es auf den Straßen von Kyoto sehr voll, weshalb sich viele Japaner das Fest im Fernsehen anschauen.

Aoi Festival

An einem anderen Tag sah ich mir den goldenen Tempel „Kinkaku-ji“ an. Er gehört sicherlich zu den Sightseeing Hotspots von Kyoto. Dicht gedrängt versuchen alle Besucher der Tempelanlage den vergoldeten dreistöckigen Pavillon zu fotografieren. Ursprünglich war nur das oberste Geschoss vergoldet, aber nachdem der Tempel 1950 niedergebrannt wurde, wurde er 5 Jahre später wieder aufgebaut und die beiden oberen Stockwerken vergoldet. Wenn man den Hügel auf der Tempelanlage hinaufgeht, kommt man zu einem kleinen Haus, in dem man an einer Teezeremonie teilnehmen kann. Obwohl viele Besucher in der Tempelanlage sind, ist es im Garten des kleinen Hauses sehr ruhig und die Atmosphäre ist sehr angenehm. Nach dem Besuch des Kinkaku-ji ging ich zu Fuß weiter zum Ryoan-ji. Berühmt ist der Zen-Tempel vor allem für seinen Steingarten. Dort liegen 15 Felsblöcke auf einem Beet von Kieselsteinen. Man kann jedoch höchstens 14 Steine sehen, egal aus welchem Blickwinkel man die Gesteinsbrocken betrachtet. Auf dem Gelände gibt es auch ein Restaurant, wo man das für Kyoto typische Gericht „Yudofu“ mit Blick auf einen wunderschönen japanischen Garten essen kann.

Kyoto Stein und Gold1

So schnell sind schon wieder ein paar Wochen vergangen mit aufregenden neuen Erlebnissen. Ich bin gespannt, welche neuen Eindrücke ich in den nächsten Wochen gewinnen werde!



Kommentar schreiben

Kommentar