☆☆ Abschlussbericht von Julian Maier, vierzehnter Stipendiat der Grünwald Stiftung ☆☆

Friday, der 23. June 2017 | Autor: GRUENWALD | Kategorie(n): Blog

Es ist kaum zu glauben, aber mein Aufenthalt in Japan ist nach nun ca. drei Monaten fast vorbei. Somit schreibe ich heute meinen letzten Bericht über meine Erlebnisse.

In den letzten Wochen besuchte mich meine Freundin in Japan und wir reisten gemeinsam ca. zehn Tage durch das Land. An einem schönen sonnigen Tag unternahmen wir einen Ausflug zur Burg Himeji. Die weißen Dächer und weißen Mauern verleihen der Burg ein wunderschönes Bild und machen sie meiner Meinung nach zu einer der schönsten Burgen Japans. Die Burg galt auch als Kulisse für zahlreiche Filme in den vergangenen Jahrzehnten. Allen, die sich die Burg Himeji anschauen, kann ich nur empfehlen, auch den benachbarten Koko-En zu besuchen. Der Garten ist sehr schön angelegt und in mehrere verschieden Themenbereiche gegliedert. Er liegt direkt am Burggraben und ist nicht zu übersehen.

Himeji2

Unser Trip führte uns anschließend nach Hiroshima. Die Stadt, die spätestens seit dem 6. August 1945, nach dem ersten kriegerischen Atomwaffeneinsatz, weltberühmt wurde, beeindruckte mich vor allem mit dem Friedenspark. Der Park liegt nur ein paar hundert Meter entfernt vom Epizentrum der Bombenexplosion entfernt und soll mit seinen Denkmälern und dem Museum sowohl an die vielen tausend Menschen erinnern, die bei dem Angriff starben, als auch ein Mahnmal gegen den erneuten Abwurf einer Atombombe über einer Stadt darstellen. Eines der bekanntesten Opfer der Katastrophe war die 12-jährige Schülerin Sasaki, welche durch die freigewordene Strahlung an Leukämie erkrankte. In Japan gibt es eine Legende, nach der man von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommt, nachdem man 1.000 Kraniche gefaltet hat. Deshalb faltete die Schülerin bis zu ihrem Tod über 600 Kraniche, bevor sie an den Folgen ihrer Erkrankung verstarb und somit ihren Wunsch, weiterleben zu können, nicht erfüllt bekam. Auch heute noch falten viele Kinder und Besucher des Friedensparks ebenfalls Kraniche für Sasaki. Nicht weit entfernt von Hiroshima liegt die Insel Miyajima. Die Insel ist berühmt für das im Wasser stehende rote Torii vor dem Itsukushima-Schrein. Besonders schön sind die alten Häuser auf der Insel und am Ufer kann man wilde Rehe genau wie in Nara sehen, im Landesinneren hingegen Affen. Besonders zu empfehlen ist eine Seilbahnfahrt auf den Berg Misen, um dann nochmal ca. 45 min zum Gipfel zu wandern, von wo aus man einen einzigartig schönen Ausblick auf die Bucht von Hiroshima und die umliegenden Inseln genießen kann.

Hiroshima

Unsere Reise führte uns auch nach Tokio. Vom 634 Meter hohen Tokio Skytree hat man einen atemberaubenden Ausblick über die Megacity und kann bei gutem Wetter sogar am Horizont den Berg Fujisan sehen. Wenn man die ganzen Häuser unter einem sieht, ist es schwer zu glauben, dass in der Präfektur-Tokio zwischen 35-40 Millionen Einwohner leben. Die östlichen Gärten des Kaiserpalastes sind ein wahrer Ruhepol in der sonst so geschäftigen Stadt. Sie sind nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof von Tokio entfernt, der architektonisch eher an einen europäischen Bahnhof erinnert. Neben den sonstigen Highlights in Tokio, wie der Kreuzung in Shibuya oder dem Fischmarkt Tsukiji, gefiel mir besonders gut die aufgeschüttete Insel Odaiba, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf die Skyline, auf den Minato-Bezirk und die Rainbow Bridge hat.

Tokio

An meinem vorletzten Wochenende wurde ich vom Rotact Club zu einem zweitägigen Ausflug zum Biwa-See eingeladen. Der Biwa See liegt nördlich von Kyoto und ist der größte See Japans. Am ersten Tag unternahmen wir eine Gondelfahrt auf den Berg Uchimi. Auf dem Berg gab es verschiedene Attraktionen. Im Sommer sind neben einem Hochseilgarten und einer Seilrutsche viele sportliche Aktivitäten geboten. Von Baseball, Basketball und Fußball bis zu Frisbee, Seilhüpfen oder Lasso werfen, es ist für jeden, Alt und Jung, etwas dabei. Im Winter kann man sogar Skifahren oder Rodeln. Am Abend wurde zusammen gekocht und japanische Gesellschaftsspiele gespielt. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam zu einer Farm, die jedoch eher an einen Freizeitpark erinnerte. Zu meiner Verwunderung war es eine deutsche Farm mit dem Namen „Blumen Hügel“. Zum Essen gab es in den Restaurants konsequenterweise Würstel, Bratkartoffeln und ähnliches, zum Trinken hatte man die Möglichkeit, Bier aus Deutschland bestellen. Die Farm selber war sehr schön angelegt und nebst Blumen und Rosen gab es typische Tiere vom Bauernhof zu streicheln und zu füttern. Man konnte auch an verschiedenen Workshops teilnehmen. Alles in allem war der Wochenendausflug sehr gelungen!

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal bei Herrn und Frau Okamoto, dem Vorstand der Grünwaldstiftung, dem Rotary Club Grünwald und bei all meinen neuen Freunden in Japan von ganzem Herzen bedanken,  sie alle haben mir eine unvergessliche und wunderschöne Zeit in Japan ermöglicht! Ich habe in den drei Monaten hier viele Möglichkeiten gehabt, mich mit den Einheimischen zu unterhalten und anders als bei einem kurzen Urlaub in dem Land, auch wie ein Japaner zu leben. Durch meine Zeit habe ich viele neue Ansichten gewonnen und unzählige Impressionen und Erfahrungen gesammelt.

Vielen Dank!



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